Sonntag 20. September – nach Paray
Frühstück auf der anderen Seite das Wagens, auf der Sonnen Seite des Lebens.
Und scheinbar haben wir beide ordentlich viel Sonne abbekommen, wir merkten es noch im Gesicht am Abend.
Zusammenpacken dauert inzwischen etwas mehr als 30 Minuten, kurz nach 11 Uhr waren wir vom Campingplatz. Die Schranke ging mit dem Code noch auf. Was passiert denn eigentlich, wenn man deutlich später abreist ? Geht dann die Schranke nicht mehr auf ?
Es ging eine ganze Zeit am Kanal entlang. War das eigentlich der gleiche Kanal wir auf der Tour nach Dole ? Viele Schleusen. Viel kleine Ortschaften. VIele Schwellen mit 30 zur Verkehrsberuhigung. Jedesmal klappert etwas im Wagen:( Ochos, nannten wir diese Dinger seit Mexiko.

Um die Zeit bis zur Öffnung des Campingplatzes zu überbrücken, hatte Sabine ein schönes Chateau rausgesucht. Doch als wir kurz bor 12 Uhr ankamen, war schon kein Zugang wg Mittagspause mehr möglich.

Wir hätten doch einen Tisch im Schlossrestaurant buchen sollen ?
Letztes Stückchen vor Paray ging es auf die N79. Hier ziemlich neu fertigestellt, schöner glatter Belag. Der Wagen glitt mit seinen 90 kmh mit der automatischen Geschwindigkeitsregelung so dahin. Aber ich musste doch immer wieder an den Komfort denken, den wir inzwischen mit dem T-Roc genossen. In Amerika fahren jetzt schon die ersten selbstfahrenden Autos. Im Bimo muss man heute noch alle Sinne anspannen.
Der Campingplatz in Paray hatte noch nicht auf. Wir legten uns auf dem Parkplatz vor dem Campingplatz noch mal für eine halbe Stunde aufs Ohr.
Der Franzose an der Rezeption textete Sabine auf französisch zu, nachdem er klargestellt hatte, dass er Franzose sei und kein Englisch sprechen würde und feststellte, dass Sabine doch etwas auf französisch verstand. Ich war sowieso verloren.
Wir vergammelten den Nachmittag am Wagen. Das Wetter war angenehm warm. Hoffentlich bleibt es so.
Wie wäre es denn mit 4 großen Hunden im Wohnmobil ?
Montag 21. September – Paray und Kanal
Nur 11 Grad und Sabine meinte doch, dass wir doch zum ersten Kaffee draussen sitzen konnten. Die Sonne kam gerade etwas durch die Bäume durch und mit Decken ging es und wurde immer angenehmer, sodaß wir nach dem Frühstück lieber noch etwas in der Sonne lagen als uns in den Ort aufzumachen.

Mit Rädern ist es doch schon etwas anderes den Ort zu erkunden. Inzwischen sind wir das sechste Mal in Paray. Ich musste tatsächlich mit der Suchfunktion im Blog mal nachsehen. Ich schreibe in Mails gerne, dass Paray unser ‚Sehnsuchtsort‘ ist. Da ist wirklich etwas dran. Bei der Durchreise beim ersten Mal auf dem Weg nach Spanien hatten alle Campingplätze noch geschlossen und wir stellten uns auf den Stellplatz in Paray und waren beim Gang durch den Ort einfach verzaubert. So ein netter kleiner Ort, Fussgängerzone, alles kleine Läden, alles soooo französisch. Inzwischen war die Fußgängerzone neu gemacht, wir hatten es die letzten Male noch im Bau gesehen. Jetzt alles fertig und sehr nett angelegt.

Hier war die Welt noch in Ordnung.
Wir radelten über bekannte Plätze, wie den Marktplatz, suchten und fanden natürlich ‚unsere‘ Pizzeria, die die beste Pizza haben und erkundeten endlich mal den so weitläufigen Park hinter dem Wohnmobilstellplatz, der extra mal für einen Pabstbesuch angelegt worden war.

Nein, das ist nicht ‚unsere‘ Pizzaria. Ich konnte endlich mal ein Bild von dem Pizza Automaten machen, der tatsächlich immer noch in der Stadt existierte.
Da kam man auch direkt an den Kanal und den Radweg, den wir heute Nachmittag mal radeln wollten. Das war übrigens der gleiche Europäische Radweg Nummer 6 auf dem wir schon Richtung Dole unterwegs waren. War es auch der gleiche Kanal ?

Ich bin ja begeistert von diesen Google Lens Übersetzungen. Es wird der gleiche Kanal sein.

Wir mussten uns echt am Nachmittag aufraffen, zu schön war das Dösen in der Sonne bei genau richtiger Wohlfühltemperatur.

Eigentlich konnte man von hier am Kanal entlang bis zur Loire.

4 Kilometer vorher zwag uns jedoch eine Umleitung nach 3 Kilometern in die Gegenrichtung auf eine mit LKWs vielbefahrene Landstraße. Wir kehrten um, denn da gab es leider keinen Radweg.
Dafür kamen wir noch in den Genuß des Schwimmbades des Campingplatzes. Echt klasse.
Ich probierte noch mit der AI an weiteren Optimierungen für die 360 Grad Bilder. Aber alles nicht ganz so einfach, wenn man nur ein iPad zur Verfügung hat und keinen PC bzw Laptop.
Drei Gänge Menü auf dem Campingplatz. Salat als Vorspeise, etwas aus dem Omnia und eine Kaffee Creme zum Nachtisch. Dazu einen Wein aus dem Elsass. Die späte Kaffee Creme kostete mich leider den Schlaf.

Leider kommt das Abendrot auf dem Bild nicht so richtig rüber.
Dienstag 23. September – Paray-le-Monial
Sabine ging es nicht gut und und ich hatte die letzte Nacht ( wg der eigentlich leckeren Kaffee Creme ) schlecht geschlafen.

So machten wir heute Vormittag nur eine kleine Tour nach Paray rein. Gestern am Montag waren alle Geschäfte ( bis auf Lebensmittel, Apotheken,… ) geschlossen gewesen, heute war mehr los in der Stadt.

Während in Deutschland die Brunnen abgestellt werden ( München ) , sprudelte es hier an mehreren Brunnen, auch wenn die sommerliche Trockenheit an einigen Bäumen und Sträuchern zu erkennen war.



Aber es war wieder um die Mittagszeit geworden und die jungen Leute sassen überall mit ihren Broten.

Die beiden Mädchen auf dem Tisch sitzend im obigen Rundgang der Kirche empfand ich als respektlos.

Ich holte uns noch eine Leckerei zum Kaffee vom Bäcker nebenan.

Und fuhr alleine noch mal in die Stadt, um Bilder mit der 360 Grad Kamera zu machen. Ich dachte, ich hätte eine gute Beleuchtung mit der tieferliegenden Sonne, aber der Kontrast war dann doch zu stark.

Meine Versuche mit Hilfe der AI hier in den Blog einfacher die 360 Grad Bilder hinzuzufügen, klappten nicht so richtig. Ich hatte mal wieder nicht genügend Tokens. Aber inzwischen weiss ich, wo mein Fehler liegt.
MIttwoch 23. September
Einen Bäcker gleich neben dem Campingplatz, das mussten wir nutzen. Sehr leckere Croissants und Baguette gab es damit zum Frühstück draussen vor dem Wagen, obwohl es zum Aufstehen nur 7 Grad draussen waren.

Erst am Nachmittag ging es den Kanal in die andere Richtung, zum Château de Digoine.
Erst nur am Kanal entlang, wurde schon fast etwas eintönig, denn auf dem Kanal tut sich nichts. Ein paar Reiher haben wir aufgeschreckt und sie flogen vor uns davon.

Das Schloss war ein Glücksgriff vom Timing her, wir waren gerades da, da sollte in 10 Minuten eine Führung durch die Räume losgehen. Das Schloss war in privat Besitz. Toll, was so ein reicher Privater in so ein baufälliges Schloss an Geld steckt und es wieder aufbaut und gleichzeitig seine historische Sammlung allen zugänglich macht.

Leider war die Führung auf französisch. Sabine verstand etwas. Für so etwas wären die neuen Kopfhörer mit Echtzeitübersetzung für mich klasse.
Leider dürften wir drinnen nicht fotografieren.
Ich war in Gedanken dabei die Räume zu scannen. Einfach mal googeln, dann findet man tolle Bilder auch von innen. Aber es ist sehr viel beeindruckender, wenn man selber vor diesen Antiquitäten steht.
Erst wieder im kleinen Theater durften Bilder gemacht werden.

Auch im Garten.

Zurück ging es etwas anders, da direkt am Schloss auch der Europäische Radwanderweg 6 verlief und der erst später auf den Kanal stiess. Weisse Kühe, trockene Felder, Hügellandschaft und Knicks wie in der holsteinischen Schweiz waten das Landschaftsbild. Keine Windräder weit und breit.
Schnell eine Runde ins Schwimmbad vom Campingplatz bevor es zu unserer ‚Lieblingspizzaria‘ in Paray ging. Neue Karte, aber immernoch bezahlbare Preise. Die Flasche Wein nimmt man sich aus dem Kühlschrank. Es gibt eine Auswahl zwischen 11 und 16 Euro pro Flasche incl Service des Entkorkens.
Abends vor dem Wagen unter der Markise wird es inzwischen auch schon etwas frischer. Auch hier keine Mücken!
Die AI zum Schloss
Historische Hintergründe
• Die Herren von Digoine besaßen das Land mindestens seit dem 11. Jahrhundert (teilweise wird eine „grande tour“ bzw. feste Haus schon im 9./10. Jahrhundert erwähnt). Es war der Sitz der gleichnamigen Baronie – eine der vier wichtigen Baronien des Charolais. Die Herren spielten eine bedeutende Rolle am Hof der Herzöge von Burgund.
• Im Mittelalter war es eine echte Verteidigungsanlage: mit Türmen, Gräben (douves), Zugbrücke und starken Mauern. Ein Inventar von 1579 beschreibt „schöne und große, gut flankierte und durchbrochene Türme, umgeben von großen und schönen Gräben, einer Zugbrücke und guten, starken Mauern“.
• Die heutige Form geht vor allem auf die Zeit ab 1390 zurück, als Robert de Damas Marie de Digoine (die letzte Erbin des Namens) heiratete. Die Familie Damas de Digoine ließ die imposanten Türme der Nordfassade und weitere Verteidigungselemente errichten.
Die erhöhte Lage war typisch für mittelalterliche Burgen: Sie bot Übersicht und Kontrolle über das Territorium, Schutz vor Angriffen und symbolische Macht. Später, im 18. Jahrhundert, wurde die mittelalterliche Festung unter der Familie Reclesne (mit Architekt Edmé Verniquet) zu einem repräsentativen Wohnschloss (château de plaisance) umgebaut – die strategische Lage blieb aber bestehen und ermöglichte auch die Anlage des großen Parks.
Zusammengefasst: Der Standort wurde gewählt, weil er die Baronie Digoine beherrschte, die Flussroute und die umliegenden Ländereien kontrollierte und den Herren eine starke defensive und politische Position im Charolais gab.