Sommer 2026 – Frankreich erste Woche

Montag 14. September- bis Dole

Das mit der Schwimmhalle ist wirklich eine feine Sache. Morgens vor dem Frühstücken zwei Runden Schwimmen.

Nur noch ein paar Kilometer deutsche Autobahn und schwupps waren wir in Frankreich. 

Ziel war ja eigentlich als nächstes Paray, aber wir wollten die Strecke über die Dörfer nicht in einem Rutsch machen und Sabine hatte einen Campingplatz in der Nähe von Dole ausfindig gemacht 

Anfangs war es noch bekannte Strecke, denn nach Paray sind wir über Müllheim ja schon mehrfach gefahren. 

Aber plötzlich wurde die Strecke unbekannt.  Durch die Stadt Besancon sind wir vorher nie gefahren. Dadurch zog es sich. Aber auch schöne Strecken an einem Fluss entlang.

War die A36 jetzt mautpflichtig ? Wir fahren ja wegen der Höhe des Bimos mautfrei. Über 3 Meter ist es richtig teuer. 

Jetzt sind wir auf einem kleinen Campingplatz ca 20 Kilometer vor Dole gelandet. Mit Radweganbindung nach Dole. Das ist der nördliche Teil des französischen Juras.

Unser Platz war richtig größ und es gefiel uns so gut, dass wir spontan von 2 auf 3 Nächte verlängert haben. Ds Stromkabel reichte gerade bis zum Platz. Strom soll hier 8 Euro pro Tag kosten, aber mit der ACSI Karte war es inklusive. Damit hatten wir die Karte schon wieder raus. 

Neue Sanitär Hütte. Modernes hellgrün mit hellgrau, unisex, links die Kabinen Duschen und Waschräume, rechts die drei ( zuwenig ) Toiletten unter einem Dach. Die Toiletten ohne Brille oder Deckel, ja, wir sind in Frankreich. Hinten tatsächlich ein Spender für Toiletten Papier. Vorne 2 Handwaschbecken, aber fast mehr wie bei Küchen eingelassen. Ganz vorne zwei Waschmaschinen. Zugang Behindertengerecht über eine Rampe mit 180 Grad Kurve.  Draussen 5 Waschbecken für den Abwasch. 

Im Dorf nebenan gab es einen Intermarche. 15 Minuten entlang des Kanals. Ich liebe ja diese französischen Supermärkte. Schnell noch einen weichen Käse und einen Rosé. Gerne morgen wieder für andere Leckereien.

Wie bekommen wir nur die Wärme aus dem Wagen ? Um 19 Uhr waren es drinnen wie draußen 26 Grad und wir stehen im Schatten. Sabine hat beim Kochen noch ordentlich geschwitzt.

Bin gespannt, wie ich bei dem Rauschen des Wassers der Staustufe schlafen werde. Zum Glück auch hier keine Mücken trotz der Nähe am Wasser.


Dienstag 15. September – Dole

Das Rauschen der Staustufe hat mich doch den Schlaf gekostet, es halfen auch meine Orhstöpsel nicht. War deshalb auch der Platz noch frei gewesen ? Wir stehen am dichtesten an der Staustufe. Aber er ist trotzdem der schönste auf dem ganzen Platz.

Die morgentliche Routine wurde heute etwas gekürzt, denn wir wollten wegen der angesagten 30 Grad schon um 10 Uhr auf den Rädern sein. 

Es war der Europäische Radweg Nummer 6, auf dem wir uns Richtung Dole bewegten. Nach dem Zustand des Europa Radweges in Berlin waren wir echt überrascht über den tollen Belag über die ganze Strecke. 

Kurz vor Dole war er plötzlich nicht mehr so gut, aber da waren wir versehentlich nicht der Beschilderung gefolgt.

Der Weg ging die meiste Zeit am Kanal entlang, der parallel zum Fluss verlief.

Gleich hinter unserem Campingplatz lag ein größerer, bzw längerer Dampfer. Sehr breit können die bei den engen Schleusen nicht sein.

Wir beobachteten eine kleine Yacht beim Schleusen Prozess.

Ich nehme an, die Schleusen werden heute alle per App gesteuert. Das Schleusenwärterhäuschen schien mehr ein Ferienhaus zu sein. 

Es gab viele Ferienhäuser entlang des Kanals, aber auch sehr schicke Häuser in den kleinen Dörfern.

Die Felsen der Jura gingen bis an die Straße heran. 

Bundesstraße, Radweg, Kanal, Fluss, so war es aber nur kurz

Meistens war nur Radweg und Kanal

Gegen 12 Uhr kamen wir in Dole an. Es war schon ziemlich heiss.

Die Yachten konnte man hier mieten.

Das Haus des Herrn Pasteur, der den Impfstoff gegen die Tollwut gefunden hat. 

Dahinter lagen Restaurants direkt am Burggraben, 

Die Kathedrale hatte zu

die Markthalle machte gerade zu 🙁

Bis wir in der Fussgänger Zone waren, hatten auch die Geschäfte fast alle geschlossen 

Zum Glück konnten wir noch leckere Croissants und ein Baguette erstehen,

bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Dole ist eine sehr nette Kleinstadt. Wenn man vergleicht, dass die die Größe von unserem Buchholz haben, dann haben die ein viel besseres Angebot. 

In Summe waren es 48 Kilometer, aber zum Schluss doch die letzten Kilometer ziemlich in der Sonne bei 30 Grad. Fahrtwind kühlt zum Glück. Alles in allem sehr guter Belag, gute Beschilderung aber nicht so der Schilderwahnsinn wie letzte Tour in Ostdeutschland, so macht Radfahren Spaß. 

Vor 15 Uhr waren wir zurück und konnten den Nachmittag im Halbschatten vor dem Wagen genießen. 

Camping Gäste gingen im Fluss baden. Wir fanden den bei uns nicht einladend, steiniger bewachsener Untergrund, viel Schaum auf dem Wasser. Wir waren verwöhnt von den schönen brandenburgischen Seen.

ChatGPT zum Kanal

Der „Kanal“ am Doubs ist im Wesentlichen Teil des Canal du Rhône au Rhin (Rhein-Rhône-Kanal), dessen Bau Ende des 18. Jahrhunderts begann und der 1833/34 durchgehend in Betrieb ging. Er wurde nicht primär als Bewässerungskanal gebaut, sondern für die Schifffahrt und den Gütertransport. 

Wozu brauchte man ihn?

Der Doubs ist ein natürlicher Fluss, aber für Schiffe über weite Strecken zu flach, zu kurvenreich und mit wechselnden Wasserständen. Deshalb legte man parallel zum Fluss Kanalabschnitte und Umleitungen an. Zusammen mit Schleusen, Staustufen und später auch Tunneln entstand eine kontrollierbare Wasserstraße. 

Das große Ziel war eine Wasserstraßenverbindung zwischen dem Rhône-/Saône-Becken und dem Rhein:

Mittelmeer → Rhône → Saône → Canal du Rhône au Rhin → Doubs → Rhein → Nord- und Mitteleuropa

Damit konnten Waren mit Schiffen transportiert werden, lange bevor Eisenbahn und Lastkraftverkehr diese Aufgabe übernahmen. Der Kanal sollte also insbesondere Handel und industrielle Güterbeförderung ermöglichen. 

Kurz gesagt: Der Kanal war eine Art „künstliche, kontrollierbare Verlängerung bzw. Umgehung des Doubs“ für die Binnenschifffahrt. Er machte den Fluss für Frachtschiffe nutzbar und stellte die Verbindung zwischen Saône/Rhône und Rhein her.


Mittwoch 16. September – Saline Royal

Es hatte den ganzen Vormittag geregnet, richtiger Umschwung, kalt und ungemütlich.

Frühstücken seit langem mal nicht draussen, denn der Regen wehte unter die Markiese.

Den Vormittag im Wagen vergammelt. Früh ein Mittagsschläfchen und es wurde absehbar trockener.

Gegen 15 Uhr, nach dem Kaffee, kamen wir los. 

Quer durch den Wald gen Süden ging der Velo Salines. Leider, oder besser zum Glück ein Radweg entlang einer  Landesstraße. 

Auf der langen geraden Strecke, die aber doch erst ziemich aufwärts ging, hatte wir viel Zeit zum Beobachten.

  1. Die Franzosen sind nicht ganz so verrückt wie die Deutschen, was die Beschilderung der Radwege angeht. Aber fast: Es gibt einen Fahrradweg Mittelstreifen, jede Einmündung in einen Waldweg wird mit 4 auf den Weg gesprühten Fahrradsymbolen abgesichert, auch wenn der Waldweg keiner wirklich ist oder erkennbar im Gestrüpp endet. Manche Einmündungen in Parkbuchten wurden noch mit einem Fahrradwegkennzeichen auf jeder Seite gekrönt.
  2. Ein Fahrradweg, der vor Ortschaften im Nichts endete
  3. Sabine zählte 15 großzügige Parkbuchten am Wald alleinauf unserer Seite. Alle für Pilzsammler ?
  4. Was bedeuten die großen grünen Kissen ? Wasserspeicher ? 

In Arc-et-Senans war unser Ziel waren die Salines Royal.

Leider ein Hotel und ein kostenpflichtiges Museum ( 15€ ).

Wir radelten noch bis zum Chateau le Rouche und drehten dann um. Die Sonne kam wieder durch 🙂 

Die vorher gefühlte lange Abfahrt in den Ort war dann doch nicht so steil bergauf.

Aber etwas stimmte mit meiner Vorderradbremse nicht. Da war etwas am schleifen, bzw dauerhaft am bremsen. 

Es ist schon etwas anderes, wenn wir einen Platz für 3 Nächte buchen. Es kehrt mehr Ruhe ein.

Gestern haben wir unsere Route weiter geplant. Dass wir Nordspanien nicht erreichen werden, war schon fast zu Beginn der Reise klar. Das neue Ziel war Arcachon mit Besuch in Bordeaux. Auch das haben wir gestern gecancelt. Wir wollen doch nur kleine Schritte machen. Hier in der Jura ist es auch schön und neu für uns, das Wetter passt. Warum also bei diesen horenden Dieselpreisen viele Kilometer machen und die Zeit ewig auf den Kreiseln der Landstraßen verbringen. Also neues südliches Ziel unser ‚Sehnsuchtsort‘ Paray le Monial. dann wieder Richtung Norden ? 

Ich sollte noch mal einen Blogbeitrag über die Situationen beim Abwaschen schreiben. Sabine kocht, ich wasche ab, so ist unsere Routine, fast wie zuhause. Aber hier auf den Campingplätzen sind doch so einige Besonderheiten:

  • Warum kommt das heisse Wasser erst wenn man schon fertig mit dem Abwaschen ist ? 
  • Oder gar nicht ?
  • Warum verschwindet die letzte Nudel einfach nicht im Abfluss ?
  • Warum könne manche ihren Schaum nicht wegspülen ? Besonders den mit den Resten der Tomatensoße?
  • Wenn kein Licht, sieht man auch nicht ob alles sauber ist. Gewollt ? 
  • Usw

VR Meeting klappte nur eingeschränkt. Erst noch mal Nachfrage ob ich es wirklich bin, der da aus Frankreich sich einwählt, dann waren die Avatare irgendwie auf Minimalstufe.

Es war heute Abend draußen doch kühler als die letzten Tage. Man merkte die Feuchtigkeit des Regens vom Vormittag.