Haus des Rundfunks

Eine Reise in die Vergangenheit – Meine Fernseharchive

Meine Fernseharchive, ein Update auf einen alten Text, den ich damals teilweise noch in der Bahn auf dem Heimweg in den Palm getippt habe.

Besuch Bayerische Rundfunk 2013

ich bin jetzt 35 Jahre bei IBM. Mehr als 25 Jahre habe ich mich während in dieser Zeit mit Speicherlösungen beschäftigt. Davon wiederum waren mehr als 13 Jahren, meine beste Zeit, sage ich gerne, mit den Medienlösungen. Ich habe die deutschen Fernseharchive gebaut. ‚Dann sind Sie verantwortlich für die vielen Wiederholungen, die wir im Fernsehen sehen‘ sagte letztens ein Kunde, als ich mich mit den obigen Worten vorstellte. 

Es begann damit, dass ich als Hamburger Vertriebler den Norddeutschen Rundfunk zugeordnet bekam. Das war die Zeit, als wir die ersten Angebote Richtung Radio-Archive machten. IBM hatte damals eine große Medientruppe, sowohl im Vertrieb als auch im Servicebereich für eine Lösung, die wir Admira nannten. IBM STAIRS war die Basis für die Metadaten der noch analogen Archiven und damals gerade abgekündigt. Admira steckte zwischen den ARD eigenen MUSAT Datenbanken ( später FESAT für die Fernseharchive ) und dem Adstar Storage Manager (Vorgänger vom Tivoli Storage Manager, heute Spectrum Protect) und sollte die digitalen Inhalte mit den Datenbanken verbinden. Ich weiss noch, dass ich in einem der ersten Angebote 2 voll ausgebaute 3494 Tape Libraries mit tatsächlich 16 Schränken für das Musikarchiv des NDRs errechnet hatte.

Digital Library

Weltweit war IBM mit dem Marketingbegriff ‚Digital Library‘ unterwegs, das hatte nichts mit Admira zu tun. Eines der großen Referenzprojekte der Digital Library war damals die Digitalisierung der Vartikan Libary in Rom. Man hatte damals spezielle Scanner gebaut, die es erlaubten diese uralten Bücher nicht ganz aufschlagen zu müssen, wie es ein Flatbed Scanner erfordert und konnte so die alten Bücher und Manuskripte scannen, die sonst dem Verfall preisgegeben würden, da die Umwelteinflüsse an ihnen nagten. Mich hatte damals ein Referenz Video von dem alten Vatikan Bibliothekar beeindruckt, der in dem Video interviewt wurde. 

Digital Media Center Mainz 2005

Admira war aber eine deutschen Lösung, ein sogenanntes Asset von IBM Global Service.  Als die Audio Archive alle realisiert waren, hatten wir uns mit der Admira Lösung einen Namen bei den Rundfunkanstalten gemacht. Eine Referenzlösung bei MTV in den Niederlanden mit GPFS und unser FastT200 brachte uns den Einstieg in den Fernsehbereich. Ich sehe mich noch,  wie ich als junger Vertriebler im großen Hörsaal vom Institut für Rundfunktechnik in München vor einer riesigen Leinwand die Vorteile von GPFS präsentiere. 

IBM Zürich

Islip

IBM hatte eine erste Kooperation mit einer Videoarchivlösung Namens Islip. Zu der Isliplösung gab es eine fantastische graphische Demo der Oberfläche, die man auf den ersten Laptops, die wir damals im Vertrieb gerade bekommen hatten, zeigen konnte. Einer meiner ersten Kunden, SpiegelTV, aus dieser Zeit tat das als Utopie ab, er hatte aber auch in 2014 immer noch kein digitales Archiv. Bei meinen öffentlich rechtlichen Kunden NDR bekam ich fast Hausverbot vom Fernsehproduktionsleiter, für die ‚Spinnereien‘ , die ich dem NDR Archivleiter mit der Islip Demo als Projekt verkaufen wollte.

Bei Veranstaltungen vom Institut für Rundfunktechnik in München auf dem Gelände des BR waren wir regelmäßig dabei. Unsere Mitbewerber waren nicht die klassischen IT Lösungsanbieter, sondern TV Größen wie SONY oder Panasonic. HP oder EMC wurden auf den Veranstaltungen nie gesehen.  Wir waren der einzige IT Hersteller, der nicht nur mit einer Lösung, sondern auch mit Hardware, Software und Service dabei war. Auf der Serviceseite waren als Mitbewerber die großen Systemintegratoren wie T-Systems und BFE, eine Siemens Tochter. 

Das erste richtige Fernsehprojekt begann für mich in der Schweiz beim Schweizer Fernsehen. Dann kam RTL in Köln. Doch das erste abgeschlossene Projekt war bei A-Medialynx heute Fernsehwerft, die das Archiv für MTV in Berlin betrieben. Wir als IBM waren die Vermittler zwischen IT und den Fernseh-Mitarbeiter. Man sprach unterschiedliche Sprachen, z.B. sprach man im Fernsehbereich von Videoformaten und der Anzahl Stunden Material, die man archivieren wollte, die IT von Gigabyte. Dazwischen musste man umrechnen. Das Problem waren die vielen unterschiedlichen  Aufzeichnungsformate. Ich war froh, dass ich auf der IBC, das ist die jährliche Broadcastmesse in Amsterdam, eine Drehscheibe aus Pappe  erstehen konnte, die mir half diese unterschiedlichen Formate umzurechnen, bzw eine Bestätigung für meine Umrechnungen zu bekommen.

Eine große Schwierigkeit war, dass man bei den Fernsehanstalten gerade von ‚tapeless production‘ sprach, man wollte weg vom Videoband. Und jetzt kamen wir als IT Hersteller und wollten unseren zukünftigen Kunden wieder ein Band für das Archiv verkaufen. Da mussten wir erstmal aufklären, was denn der Unterschied zwischen einem IT Band und einem Videoband ist. Ein Videoband wurde z.B mit einer Helical Scan Technik aufgezeichnet und das Band um den rotierenden Kopf gewickelt, was zu Abrieb und damit zu Datenverlusten führte. IT Band hingegen ist eine lineare Aufzeichnungstechnik, ohne Kopfkontakt und Abrieb.

Die Lösung, die wir anboten, bestand aus den Komponenten Cachepool für die hochauflösenden Videos der letzten 30 Tage als auch für den Gesamtbestand der Vorschauvideos in geringer Auflösung. Der Cachepool war eine Lösung Anfangs aus DS4700 hinter einem GPFS Cluster. Später waren es DS4800 oder DS5300 Systeme oder dann auch DS3500 Systeme. Auf dem GPFS Cluster sassen die Anwendungen wie Admira oder TSM. Es war Anfangs ein einstufiges GPFS Cluster. TSM bediente die Tapelibrary. Es war wichtig in der Bandbreite des GPFS Clusters die Bandbreite der Tapelaufwerke neben den Bandbreiten aus Ingest (Eingabe durch Videodigitalisierung) und Zugriff aus den Redaktionen mit zu berücksichtigen.

Jordi

Auf einer Veranstaltung in den Bavaria Studios, die wir zusammen mit dem Partner Profi AG organisiert hatten, habe ich Herrn Jordi kennengelernt. Die Schweizer Firma Jordi baute eine auf Industrierobotern basierende Lösung zur Massendigitalisierung von Videobändern, die wir später auch beim Kunden WDR zusammen mit unserer Admiralösung installiert haben. Das schöne für uns war, dass wir dort unsere Jaguarlaufwerke positionieren konnten, bevor die Entscheidung für unsere Lösung für das Videoarchiv gefallen war. Wir hofften, dass damit unsere Jaguar Laufwerke in der Archivlösung auch gesetzt waren. Und so wr es dann auch. In 2018 traf ich jemand von der WDR Mediagroup, der Jordi Roboter ist inzwischen erneuert worden und man braucht das AREMA selber nicht mehr, da man direkt in das AREMA vom IVZ reinsichert. Auch die Rückwärtdigitalisierung war in 2018 noch nicht abgeschlossen. 

Die eigentlichen Mitbewerber, die wir bei den Archiven hatten, waren STK, Sony und Grau. Grau hatte eine Lösung, die auch Videokassetten in der gleichen Library verwenden konnte. Sony trumpfte mit dem Namen in dem Fernsehbereich, großen Umsätzen mit den Fersehkameras und ihren Versprechen von der Weiterentwicklung der AIT Bändern, die dann aber doch nicht weiterentwickelt wurden. AIT Bänder waren noch helicalscan Bänder, wo das Bandmaterial um den Schreibkopf gewickelt wurde und bei jedem Start und Stop Kontakt mit dem Schreib-Lesekopf und damit Abrieb hatte. Der LTO Standard half uns das IT Tape Format durchzusetzen, obwohl man gerade zu der Zeit in der Fernsehbranche eigentlich von ‚tapeless production‘ sprach. Gemeint war aber die Verabschiedung von der Videokassette in den Kameras. Der ganze Workflow in einer Fernsehanstalt baute aber auf den Videokassetten auf. Diese großen Datenmengen wurden nicht digital per LAN transportiert, sondern zwischen den Abteilungen per ‚Turnschuh‘, meistens Studenten, die die Kassetten von A nach B brachten. Die ‚Daten Bandbreite‘ eines Studenten, der einen Korb voll Videokassetten ins Archiv brachte war schon enorm. 

Das Argument der Wiederbescheibbarkeit mit mehr Spuren brachte uns dann dem Abschluss der Jaguarlaufwerke. 

In einer gigantischen Tabelle mit den jährlichen Wachstumszahlen, der Umstellung auf HD Fernsehen und den geplanten Werten der ‚Rückwärtsdigitalisierung‘  habe ich damals für den WDR das HiRes Archiv ( das Archiv für die hochauflösenden Videos) gerechnet. In dieser Tabelle konnte ich aufzeigen, dass nach einigen Jahren die Vorteile der Jaguartechnologie sich kaufmännisch rechneten. Es waren nicht nur die Vorteile der wiederbeschreibbaren Kassette, sondern auch die schnelleren Zugriffszeiten, die zu rechnerisch weniger Laufwerken führten. Das große Problem waren die Annahmen, wann die nächste Generation von LTO bzw Jaguar angekündigt werden könnten, ohne dort IBM vertrauliche Roadmaps offen zu legen. Es war eine ständiger Wechsel, mal hatte LTO, mal Jaguar die höheren Kapazitäten, was wir heute nicht mehr kennen, da das Konsortium des LTO Standards nicht mit Entwicklungen der IBM Jaguartechnologie mit kommt. Die Umstellung auf die Barium Ferrit Kassette, brachte IBM dann in die Pool Position, was die Kapazitäten anging. 

Viele Vorträge habe ich bei den Fernsehanstalten gehalten, dann kam aber irgendwann der Punkt, wo es hiess, ‚das wollen wir mal sehen‘. Dafür gründeten wir dann in Mainz unser ‚Digital Media Center‘. Wir bekamen volle Unterstützung aus dem Europaen Storage Competence Center. Anfangs bauten wir noch unser Demoequipment in einer Ecke unten im Keller auf, später hatten wir einen ganzen Raum mit ein paar Geräten von Apple und DVS. Mit Briefings und Demos oben im ‚Glaskasten‘ führen wir unsere Lösung vor. Der Besuch im Keller war immer für die Kunden beeindruckend. So eine große ‚Spielwiese‘ hatten sie noch nie gesehen. Proof of Concepts war dann manchmal der letzte Schritt vor dem Abschluss. Zweimal hatten wir den RBT da. RBT steht für Rundfunk Betriebstechnik, das sind die Kollegen, die mit speziellen Fernseh Messgeräten zu uns kamen, um festzustellen, ob wir die Anforderungen, wie Streamingraten, für das Fernsehen auch wirklich erfüllten. Mit dem ‚Stempel‘ vom RBT war dann es einfacher die IBM Lösung zu verkaufen.

Oben im Glaskasten hatten wir die Demo von der Tape Library. Ich weiss noch wie ein Mitarbeiter von RTL mal ausprobieren musste, wie der Roboter reagiert, wenn man die Kassette in der manuellen Zuführstation falsch herum einlegt. Der Roboter erkannte das natürlich und die Sicherungstür zum Kassetteneingabeschacht ging erst gar nicht zu.

SWR Sauerstoff reduzierte Archiv

Eines der eindruckvollsten Besuchen war der Besuch beim sauerstoffreduzierten Video Archiv des SWRs in Baden Baden. In einem luftdichten Raum lagerte der SWR die Film Orginale. Durch eine Glasscheibe konnte man die Regale sehen, auf denen die alten Filmrollen lagerten. Nur ausgewählte Mitarbeiter durften da unter besonderen Sicherheitsbestimmungen rein. Die Klimaanlage sowie die Regulierung des Sauerstoffgehaltes kostete jeden Monat Unsummen.

MME

Ein großes Lager mit Filmrollen sowie alten Videokassetten konnte ich auch mal in Hamburg bei der Produktionsfirma MeMyselfAndEye bewundern. Es war eine große Halle mit Hochregalen, alles voll mit Dosen und schwarzen flachen rechteckigen Pappkartons von Filmrollen und Videokassetten in allen Formaten ! Und im Gang lagen gerade die angelieferten Boxen mit Videokassetten vom letzten Dreh des heutigen ‚Dschungelcamp‘, was bestimmt auf RTL2 gesendet wurde. Man muss wissen, es ist durchschnittlich die 10 fache Menge an Rohmaterial, das man aufzeichnet, im Verhältnis zu der Menge von Videomaterial, das dann wirklich später gesendet wird. 

Dazwischen ‚The Posthouse‘

Wenn man sich den Abspann von dem Kinofilm ‚Herr der Ringe‘ ansieht, dann kommt dort die Firma The Posthouse vor. Mit dieser Hamburger Firma habe ich vor der Veröffentlichung des ersten Teils von ‚Herr der Ringe‘ Kontakt gehabt und wollte eigentlich mit denen ein schönes Storage Projekt machen. Posthouse machte das Colorgrading, also die farbliche Nachbearbeitung für die Filme. Wir hätten massig Speicher an die Silicon Graphics SGI Workstations von Deutschland nach Neuseeland liefern können. Es war damals steuerlich finanziell interessant die Hardware hier in Deutschland zu kaufen. Wir sind mit dem Kunden Posthouse sogar zu einem Briefing über die Fastt Plattenspeicherlösung in Mainz gewesen. Technisch die perfekteste Lösung, doch leider brauchte man unsere Funktionen nicht, es war wichtiger mehr Kapazitäten zu haben, und wir waren damals mit den hochkapazitiven Laufwerken etwas hinterher, dafür hatten wir die super Softwarefunktionen, die natürlich etwas Geld kosteten. Leider gab ein begrenztes Budget und dafür wollte man maximale Kapazitäten einkaufen.

Zum Trost bin ich jeweils zur Premiere des ersten und zweiten Teils von Herr der Ringe eingeladen gewesen. Posthouse hatte damals das ganze Cinemaxx für Freunde und Mitarbeiter in Hamburg gemietet.

2014 läuft der letzte Teil von ‚der kleine Hobbit‘, da denke ich gerne an die Zeit zurück.

FKTG

Die Film- und Kinotechnische Gesellschaft ist ein Verein, wo Informationen zu den Themen Film und Fernsehen ausgetauscht werden. Neben den Fernsehanstalten sind auch die Hersteller von Software und Hardware sowie Kameras in der FKTG vertreten, ebeso die Universitäten, die sich mit dem Thema befassen. IBM war auch Fördermitglied. Für einen Betrag von 2.000 € (?) pro Jahr konnten wir diese Platform zur Kommunikation nutzen. Das ‚Sprachrohr‘ war das FKT Magazin, das monatlich für alle Mitglieder verschickt wurde, für die ich auch mal einen technischen Artikel über GPFS geschrieben habe. Ich selber wurde auch für einen Jahresbeitrag von 80€ ( heute inzwischen 110 €) persönliches Mitglied. Die FKTG veranstaltete jährlich einen Kongress. Dort bekamen wir dann für zusätzliches Geld einen Stand und konnten einen Vortrag halten. Professor Sauter und das IRT veranstalteten diesen Kongress damals jährlich in Bregenz am Bodensee. Bregenz lag zwar gleich hinter der Grenze, war aber Österreich und damit eine IBM Auslandsreise. Es war nicht immer einfach die Genehmigung für Bregenz zu bekommen. Der Trick war dann immer wenn es die Genehmigung nicht gab, in Deutschland zu übernachten und die Veranstaltung tagsüber in Bregenz zu besuchen.

FKT Mediensymposium Bregenz 2008

Es gab aber auch regelmäßige Regionalveranstaltungen z.B. im Norden beim NDR. Dort habe ich auch mehrfach Vorträge gehalten. Das war dann immer an einem späten Nachmittag mit ca. 45 Minuten Vortrag und einem späteren geselligen Beisammensein. Da ich auch viel zu den Regionalveranstaltungen in meiner freien Zeit nach Feierabend ging, kannte ich die Gesichter, die später evtl meine Kunden oder auch meine Mitbewerber waren. Und ich lernte viel über den Ablauf und die ‚Sprache‘ im Fernsehgeschäft.

Besuch Kinderkanal 2010 Erfurt
Besuch Radio Bremen 2012

Wir als IBM, auch mit den Kollegen von GBS, waren gut vernetzt in der FKTG, als dann 2006 (?) Wahlen für den Vorstand anstanden, habe ich mich mit der Unterstützung von GBS auf die Liste der Herstellervertreter setzen lassen, denn ich war auch der Vertreter der IBM bei der FKTG. Es gab riesen Probleme mit meiner damaligen neuen Chefin, die das gerne verhindern wollte, da sie meine Rolle im Fernsehumfeld noch nicht kannte. Schliesslich konnte ich mich doch ( als jemals einziger IBMer ) aufstellen lassen. Aber leider hatte ich keine Chance in der Wahl gegen den Herrn von SONY, der nicht nur länger dabei war, sondern den noch viel tiefer in den Fernsehanstalten verwurzelten traditionellen Konzern SONY vertrat.

Neben der FKTG habe ich damals sehr viel private Zeit auch in die Hamburger NewTV Vereinigung gesteckt als damals das Thema 3DTV hochkam und der erste richtige 3D Blockbuster Avatar in aller Munde war. In einer kleinen Hamburger Arbeitsgruppe wollten wir das Thema 3DTV in den Hamburger Firmen bekannter machen und Hamburg als 3D Standort etablieren. Auch in das Thema Gaming habe ich viel private Zeit investiert, aber das ist ein anderes Thema. An dieser Stelle sei nur der beeindruckende Vortrag vom Leiter das Computermuseums in Berlin in der Hamburger Finkenau erwähnt, der über die Archivierung von Computerspielen gesprochen hat. Das ist nochmal eine andere Dimension, weil dort die Interaktivität von Computerspielen mit archiviert werden muss. 

Arbeitsplatz Berliner Tor Center 2011

LTFS

Das erinnert mich an eine der Abendveranstaltungen der FKTG, wo ich jemanden vom ZDF gegenüber saß. LTFS war gerade angekündigt und ich hatte in meinem Vortrag drüber berichtet. Der vom ZDF meinte, LTFS Kassetten wären genial für die Kollegen in den Übertragungswagen, bei Sportveranstaltungen könnte man alles noch im Übertragungswagen auf LTFS speichern. Damit könnte man sich das Überspielen vom Bus ins Archiv sparen, wenn man nur die LTFS Kassetten im Wäschekorb ins Archiv trägt und gleich in die Tape Library des Archives einführt und somit den Redaktionen zur Verfügung stellt. Welche eine Datenrate, wenn der Turnschuh-Student die LTFS Kassetten ins Archiv bringt.          

Telko in Amsterdam

Grau

Einer unserer größten Mitbewerber neben den klassischen Fernsehherstellern wie Sony war die Firma Grau. Grau hatte einen Industrieroboter, der neben den IT Kassetten auch Videokassetten mit in seiner Library verwalten konnte. Das war natürlich auch attraktiv für die Verwaltung der Altbestände, der analogen Videokassetten. Ich habe aber nur eine Installation bei Astra kennen, dem Satellitenbetreiber kennengelernt. APS Astra saß in München Unterföhring gleich neben Pro7. Dort konnte ich den gigantischen Industrieroboter, der aber mehr eine Sendezwischenspeicher als ein Archiv war, sehen. Dort wurden die Videokassetten der Sender zum richtigen Zeitpunkt in eine Palette von Videoabspielgeräten eingelegt, die dann auf Sendung gingen. Astra entschied sich damals auch für GPFS. Gigantisch war der Saal mit den all den Bildschirmen, wo die Sendungen zu sehen waren, die bei Astra auf den Satelliten gingen. Dort konnte ich auch mal an einem praktischen Beispiel hochfrequente Hohlleiter bewundern, wie wir sie im Studium berechnen mussten. Sie sahen tatsächlich aus wie die eckigen Röhren einer Klimaanlage. 

Noch mal zu Grau, IBM hat auch selber mal die Grau Lösung verkauft, bevor wir eine eigene Lösung, die 3495 angekündigt haben. 2013 konnte ich Herrn Grau einmal persönlich kennen lernen. Er war in meinem Alter und hatte seine Firma inzwischen in die USA verkauft, weil dort in den Regierungsorganisationen seine größten Kunden sassen. Ein Mann, der mit seiner privaten Firma einer unser größten Mitbewerber war, hatte meinen größten Respekt. Ich war sehr erfreut, ihn mal persönlich zu sprechen.         

Framepool

Ein Beispiel, dass es gar keine große Firma sein muß, um große Datenmengen zu speichern, war unser früher Erfolg bei Framepool. Framepool ist eine kleine Firma in München, damals nur 6 Personen, die Videocontent verkaufen. Wenn man z.B. für seinen Film einen kurzen Abschnitt von Nashorn vor untergehender afrikanischer Sonne braucht, dann schickt man sein Filmteam nicht nach Afrika, sondern zu Framepool. Die haben von uns eine große 

LTO Tapelibrary gekauft. Inzwischen soll dort noch eine zweite Library für die HD Videos stehen.

VW

Es gab auch weitere Besonderheiten in diesem Umfeld, z.B. Der Besuch bei VWs Werkstatt TV, ein Fernsehstudio mit Hebebühne ! Hier werden die Filme gedreht für die Schulungen in VWs weltweiten Werkstätten. Leider sind wir nicht zusammengekommen. 

IBC Amsterdam 2016

World Media Group

Dafür habe ich einen interessanten Besuch bei einem türkischen Fernsehsender gehabt, der für seine deutsche türkische Gemeinde aus Offenbach heraus sendete. Die Lösung würde aus der Türkei vorgegeben, ich konnte ihnen noch einen Schrank der großen 3584 LTO Library verkaufen, eigentlich wollten sie nur eine kleine Library. Sehr nett wurden wir nach dem Gespräch in deren kleinen Kantine bewirtet. Die Kantine war mehr wie eine private Küche. Ungewöhnlich an dem Projekt war die Telekom als Business Partner.

Besuch ZDF 2016

Besuch ZDF

Videociety

Videociety ist eine weitläufige Tochter von Warner Brother. Endlich mal ein Kunde in Hamburg, den ich auf einer lokalen Veranstaltung kennen lernte.Sofort fanden hwir unser gemeinsames Thema, die Speicherung von Videos. Videociety baute die Mediathek für Warner Brother Europa. Es kam eine spezielle Technologie zum Einsatz, etwas, was gerade die Großen wie Sony und Panasonic für ihre DVD Player angekündigt hatten. Die DVD Player bekamen einen Ethernetport, mit einer speziellen Software, die Videociety entwickelt hatte und auf DVD ausgeliefert wurde, kam man über das Internet in einen ‚fenced garden‘. Also über ein nicht frei zugängliches Internetportal konnte man die Mediathek aufrufen und gegen einen vorher eingezahlten Betrag die Videos ansehen.

Wir hatten einige Sessions, leider war Videociety ein ‚Bastelladen‘, alles hatte man bei Videociety selber programmiert. Wir kamen dann auch leider nicht mit AREMA zusammen, das war ihnen zu teuer obwohl sie selber die Arbeitslast kaum noch bewerkstelligen konnten. Auch haten wir leider keine direkte IBM Betreuung und kamen wir durch wechselnde Partner auf der Storage Hardware Seite nicht zusammen.

Beate Uhse

Über einen Lübecker Partner bekam ich einen Kontakt zum Hause von Beate Uhse. Auch dort hatte man große Videodatenmengen, die zu verwalten waren. Wir haben unsere Lösung in Flensburg vorgetragen, gleich neben dem Eingang zu den IT Leuten war der Eingang zum Beate Uhse Shop. Wir kamen aber nicht zusammen, Beate Uhse verlagerte damals dann diese ‚interessanten‘ Video Bestände in die Niederlande.      

Auf einigen Vorträgen traf ich auf einen Vorredner für Archivierung beim Bundesarchiv. Leider bin ich dort nie rangekommen. Unmengen an Videos liegen dort. Alles Orginale, die von Kunden zur Ansicht ausgeliehen wurden. Jedes Abspielen dieser Orginale verschlechterte die Qualität der Videos, da noch traditionell aufgezeichnet. Das Große Problem, was das Bundesarchiv hatte, man konnte sich nicht auf einen Standard der Digitalisierung einigen. Alle gängigen TV Formate für die Archivierung waren verlustbehaftete Komprimierungen. Unkomprimiert zu speichern war aber zu teuer. Da kam die Idee doch die Komprimierung durch IBM Speichertechnik machen zu lassen. Unabhängig vom Bundesarchiv, ein Test, den wir in Zusammenarbeit beim IRT durchgeführt haben, zeigte leider, dass die Standardkompression, die die IBM Bandlaufwerke machten, keine vernünftigen Komprimierungsergebnisse für Videomaterial ergaben. Es war mit Standardkompression kaum Verbesserungen für Videomaterial zu erwarten. Leider habe ich nirgends Interesse bei IBM gefunden, speziell für Videos ein Videokompressionsverfahren auf die Bandlaufwerke zu packen.

Spannend war auch immer wieder ein Redner von Kodak, der über die Langzeitarchivierung von Kinofilmen sprach. In USA müssen Filme ab einem bestimmten Investitionsvolumen als ‚Kulturschatz‘ in einem Bunker archiviert werden. Das macht man wirklich noch mit farbseparierten Film, d.h. für die drei Grundfarben werden je eine Rolle 35mm Film archiviert. Langzeitarchivierung ist nochmal was ganz anderes als ein Produktionsarchiv, wie wir es für die Fernsehanstalten gebaut haben.  Das IBM Projekt KOPAL für Langzeitarchivierung wurde leider nicht fortgeführt.

Ich sitze in der S-Bahn, während ich hier schreibe und komme gerade in München an Unterföhring vorbei. Dort hatten wir auch versucht an die Kirch Archive zu kommen. Aber dort wurden damals wegen der unsicheren Situation der Kirch Gruppe alle Projekte abgelehnt. Zusammen mit dem Business Partner Profi hatten wir in Unterföhring mal was anderes versucht, wir hatten uns in einem Konferenzcenter in Unterföhring eingemietet und die umliegenden Firmen zu einer Profi /  IBM Infoveranstaltung eingeladen. Ziel war es an kleine innovative Kunden zu kommen. Damals hatte die Profi noch eine eigene Truppe, die sich um Fernsehprojekte und auch die Betreuung von ISVs im Fernsehumfeld kümmerte. Auch hatte die Profi mal eine eigene vertriebliche Lösung  für ein AREMAmini und Tape Library.

Filmpartner 2009

Big Brother

Besuch ORF 2012 mit LTFS Vortag

ARD und ZDF Medienakademie Nürnberg

Damals hiessen die noch anders. Bei einem Vortrag lernte ich die Leiterin der Akademie in Nürnberg kennen. Ob wir nicht für die Akademie eine Demohardware einer Tape Library Installation sponsern könnten ? Das war natürlich nicht drin. Aber durch einen Trick konnen wir damals eine 3584 Library mit LTO1 Laufwerken, die bei dem IVZ nach dem Leasing Ende abgebaut wurde, nach Nürnberg verschieben. Der Partner Profi unterstützte dabei finanziell den Transport. 2018 sprach ich noch mal mit der Leiterin auf einer Veranstaltung während der Berlinale. Die Library steht dort immer noch und dient zu Ausbildungszwecken.

Was mich heute noch ganz besonders freut, die technologischen Entwicklung, die wir damals für unsere Videoarchive aufgelegt haben, ist wahr geworden. Manchmal läuft es ja auch anders und Produkte werden abgekündigt, aber in diesem Fall ist die Entwicklung wirklich so eingetreten, wie wir es dargestellt hatten. Inzwischen ist die Jaguar Technologie bei 15 TB nativ und wir zeigen sogar schon eine Roadmap für 330 TB in Rüschlikon. Ich bin da ganz stolz, die Kunden nicht eine Sackgasse geführt zu haben.

Homeoffice 2005
Bitfilmfestival Hamburg

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