Sommer 2026 – bis Frankreich

Donnerstag 10. September – bis Guxhagen

Es ist schon irgendwie komisch, wenn man zuhause nur mal so für ein paar Tage ist. Vor einer Woche waren wir aus der Uckermark zurück gekommen. Eigentlich nur mal schnell Wäsche waschen und Sabine ihre Impfung abholen und dann weiter. Aber es ist dann doch mehr, Treffen mit den Rotariern, Freunde, mit denen wir schon lange mal einen Spaziergang in der Heide machen wollten, kamen zu uns zu Besuch, weil es draussen die ganzen Tage schüttete. Enkel in Niendorf besuchen und Treffen bei der Zukunftswerkstatt. VR Projekt an der Grundschule Elstorf. Spazieren gehen mit Volker und natürlich den Garten auf Vordermann bringen. Die Falläpfel zu Apfelmus machen. 

Die Pflanzen aus dem Haus, die ich in den Garten gestellt hatte, können da stehen bleiben, mit der Bewässerung muss ich mir jetzt keine Gedanken mehr machen.

Aber am Wagen war nicht so viel zu machen, was in die Wäsche kam, ging gleich zurück in den Wagen. Wasser auffüllen, die Gasflaschen sollten mit Netto 5 Kilo noch reichen.

Die ersten Reiserouten Planungen hatten ergeben, dass wir es doch dieses Mal nicht bis zu unserem Sehnsuchtort in Asturien, Colombres, schaffen würden. Da reichen die geplanten 5 Wochen einfach nicht. Wir wollen ja nicht hetzten und anderswo ist es auch schön. Vielleicht bleiben wir ja in Frankreich hängen ?

Tanken für 2,25 € pro Liter Diesel in Welle. Bis der Euro Betrag bei 125 € stoppte, sagte ich mir, das ist hoffentlich die Vorfreude auf ein paar schöne Tage. Aber so richtig genießen konnte ich die paar Minuten nicht, vor allen, wenn man weiss, dass der Dieselpreis bei ca 0,95€ liegt, wenn keine Steuern drauf wären. Es hat sich alles verschoben, vor Jahren war noch Frankreich so viel teuerer mit den Spritpreisen, jetzt soll es deutlich günstiger als Deutschland sein. Also schnell hin. 

Sabine hatte einen Campingplatz ausgewählt, den wir schon kannten, der günstig für eine Nacht ist und gut zur Autobahn liegt. 

Als wir dort ankamen, stellte sich raus, das war gar nicht der bekannte Platz, sondern der gebookmarkte aus einer Empfehlung von Freunden. 

Campingplatz Fuldaschleife gleich hinter Kassel. Kannten wir noch nicht, aber er hatte alles was wir brauchen. Interessant wie sich die Plätze mit der Digitalisierung ändern, einfache Buchung über das Web, nur bargeldlose Bezahlung. Das kannten wir von den Campingplätzen in Brandenburg anders. 

Noch ein kleiner Spaziergang in den nächsten Ort. 

Die Fulda war hier schon öfter über die Ufer getreten.

Auf dem Campingplatz konnte man dann auch sehen, dass die Dauercamper ihre Wagen alle aufgebockt hatten. 

Ich musste leider feststellen, dass ich mir eine Beule ins Bimo gefahren hatte. Offensichtlich war das schon zuhause in der Einfahrt passiert. Sehr ärgerlich. Aber zum Glück kein ernsthafter Schaden. 

Tatsächlich haben wir das Bimo jetzt genau 10 Jahre und bislang noch keinen ernsthaften Schaden, bis auf ein paar kleine Schäden. Hier eine Bestandsaufnahme

  • Die Delle oben am Alkoven, damals in Düsseldorf 
  • Die hintere Kappe der Markiese abgerissen und verloren 
  • Die elektrische Ausfahrtreppe, die leider einen Straßenpfosten nicht überlebt hat, weil es die A49 noch nicht vollständig gab.
  • Das Alkovenseitenfenster, das davon flog, weil ich es nach einem schönem Wochenende im Uelzener Uhlenkoeper Camp nicht geschlossen hatte

Aber es gibt auch Verschleissteile. Ich habe noch nicht geschrieben, wie gut ich auf der neuen Schaumstoff Matratze schlafe, die wir noch vor dem letzten Winter gekauft hatten.

Und was ist jetzt mit der Kühlschrank Tür ? 


Freitag 11.September – Guxhagen bis Flein

Schöner Campingplatz, die Sanitäranlagen ganz neu. Sabine berichtete sogar über automatische Klospülungen. Aber die Duschen sind etwas klein geraten. Sabine denkt immer gerne an ihre ehemalige Kollegin , die wäre in die Dusche gar nicht reingekommen. 

Was nützen Wlan und 5G auf dem Campingplatz, wenn auf beiden Kanälen die Bandbreite so dünn ist, dass nichts ankommt ?

Der holländische Nachbar mit seinen 2 Huskies war morgens schon 3 Stunden Laufen gewesen. Als wir abfuhren dösten sie vor dem tollen 4×4 Camper auf VW Basis. 

Der Camper war technisch gut aufgerüstet, mit Seilwinde vorne und viel extra Beleuchtung. Ich bewundere immer wieder die Kreativität bei den Campern.

Schnell waren wir wieder auf der Autobahn. Einige Baustellen an Brücken. Waren die nicht damals, als wir die Strecke nach Ingolstadt fuhren, gerade neu gemacht gewesen ? Das letzte Stückchen der A81 vor Heilbron benötigt auch einen neuen Belag, es schepperte heftig im Wagen. Ansonsten waren die Straßenbelege in Ordnung und wir zuckelten mit unseren 90-95 km/h gen Süden.

Bei Geli konnten wir gerade noch die letzte Parklücke vor dem Feld ergattern. Das war praktisch, weil gleich neben dem Haus, wo Geli wohnt und wir unsere Schlafsäcke mit hoch nahmen, da wir dort auf dem Gästebett schlafen sollten.

Geli hatte noch eine Generalprobe für ein Konzert am morgigen Samstag, sie ging dort hin,

wir machten noch einen kleinen Spaziergang über das Feld 

und dann noch mal zu der Festhalle, wo Geli am Proben war. 

Abends noch bis 23 Uhr auf der Terrasse gesessen und den Sternenhimmel sowie diesen milden Abend genossen. 


Samstag 12. September – bis Neuenburg am Rhein

Wir verabschiedeten uns kurz nach 11 Uhr nach einem langen Frühstück, um noch vor der einzigen gesetzlich möglichen täglichen Preiserhöhung um 12 Uhr an der Tankstelle im Ort zu sein.

Für das Protokoll, wir tankten für unglaubliche 2.30 €/Liter. ( Danach ging der Preis auf ca. 2.60 €/l hoch ). Das waren heute dann mal 150 € für die Strecke von Zuhause nach Flein. Aber wir konnten auch sehen, dass wir tatsächlich nur 10 Liter/100 km benötigen. Ich rechne eigentlich immer mit 12 Litern.

Die Entdeckung des Tages war aber die B293 von Heilbronn nach Karlsruhe. Keine Ortschaften. Die Stecke ab Karlsruhe bis Neuenburg am Rhein über die Autobahn zog sich dann aber doch.

Unser einer Nachbar stand zur Hälfte auf unserem Platz, es war damit etwas eng, aber sollte der für diesen einen Nachmittag noch mal alles abbauen ? Er entschuldigte sich gleich. Abends haben wir dann noch ganz nett uns mit denen über den ‚Gartenzaun‘  unterhalten. Das Bimobil war mal wieder der Aufhänger.

Die anderen Nachbar, waren ein junges holländisches Pärchen mit 3 kleinen Kindern. Absolutes Chaos vor dem Wagen, gut, dass wir davon nichts sehen. 

Das Schwimmbad sorgte für die nötige Erfrischung.

Wir saßen noch lange draussen. Keine Mücken.


Sonntag 13. September – am Rhein

Die Autobahn in der unmittelbaren Nachbarschaft ist doch lauter, da nehme ich doch gerne die Ohrstöpsel, die zumindest etwas Ruhe verschaffen.

Nach dem ersten Kaffee draussen vor dem Wagen eine Runde ins Schwimmbad. Den Sommer zu verlängern scheint zu klappen. Auch heute soll es wieder schön werden. 

Mit den Rädern ging es den Rhein-Radweg gen Norden.

Gleich am Ortsausgang, noch bevor die großen Überflutungsgebiete kamen, war ein Motorcross Rennen angesagt. 

Mit ‚das ist doch unser alter Käfer‘ kam ich mit einem der ‚Rennfahrer‘ über den Zaun ins Gespräch. Er machte für mich stolz die Bilder von seinem Wagen mit meinem Handy. Die Farbe wäre ‚Mexico Grün‘ , ich hatte damals meinen Käfer in ‚Mexiko Blau‘, einer Porsche Farbe, lakiert.

So ein echtes ‚Mad Max‘ Gefährt habe ich aber nicht gesehen, aber viele waren nahe dran.

So lange solche Veranstaltungen noch genehmigt werden, kann es mit der Klimakatastrophe nicht so wirklich echt sein. 

Die Furt über den alten Rhein zur Insel kannten wir vom letzten Mal. Drüben ist schon Frankreich.

Anruf von Geli, ich hatte meine Fleece Jacke in Flein liegen gelassen. Ärgerlich, die ist so schön wärmend bei kühlen Abende vor dem Camper.

Auch wenn der Weg fast alles Sandpiste ist, so konnte man dort gut fahren. Es war auch einiges los, es war ja auch Sonntag.

Beeindruckend wieder diese großen Überflutungsbecken.

Der Campingplatz hatte sich ordentlich geleert, wir hatten wieder freie Sicht.

Auch im Hallenbad war nichts los und wir konnten uns wieder frisch machen.

Der Regen kam schon um 18 Uhr.

Heute war unser 45 zigste Verlobungstag.