Samstag 15. August nach Berlin
Morgens gleich eine Runde schwimmen im See. Gestern Abend war hier noch der grosse Rummel, jetzt nur 2 ältere Damen, die weiter draussen ihre Runden drehten.

Die Rasenfläche, auf der wir standen, war völlig vertrocknet. Als die ersten vom Campingplatz abreisten, staubte es doch etwas über unseren Frühstücktisch 🙁
Über die Autobahn ging es nur noch 68 Kilometer nach Berlin rein. Die 3 Jungs aus dem Zelt wollten heute auch mit dem Fahrrad zurück nach Berlin.

Den Campingplatz in Berlin hatte Sabine zum Glück auch reserviert. Es war das ‚Rave the Planet’ Festival in Berlin und die ersten Zelter zogen schon mit übergroßen Lautsprechern auf Fahrradanhängern Richtung Straße des 17. Juni.
Wir verdösten den Nachmittag im Schatten am Wagen. Es war einfach zu heiß bis 17 Uhr.
Entlang des Kanals ging es zum Chinesen, bei dem wir uns mit Lars, Iago und Rocio treffen wollten.
Alle Gäste saßen an den Tischen auf dem Bürgersteig. Da war ordentlich Trubel, keinWunder, das Essen war gut und die Preise noch akzeptabel.
Bevor es dunkel wurde, waren wir wieder am Campingplatz.
Laute türkische Musik vom anderen Ufer gegenüber vom Campingplatz.
Sonntag 16. August – Berlin
Endlich hatte es begonnen mal zu regnen und abzukühlen. UM 6.30 Uhr wurden wir mit einem kräftigen Donnerschlag geweckt und der leichte, so beruhigende Regen verwandelte sich in dicke laute Tropfen, die auf unser Dach klatschten.
Das ging den ganzen Vormittag so, weniger das Gewitter, aber ständige Regenschauer, sodass wir erst um 12 Uhr uns auf den Weg zu Rocio und Lars machen konnten.
Unsere Düsseldorfer Nachbarn mussten im Regen ihr großes Zelt abbauen und einpacken. Das Ende eines schönes RaveFestivals hatten sie sich bestimmt etwas anders vorgestellt.
Gleiche Strecke wie gestern nur etwas weiter den Ring bis nach Prenzlauer Berg.

Unsere Räder konnten wir im Hinterhof abstellen. Lars altes Konan Rad stand immer noch angekettet auf der Straße. Eines von vielen vergessenen Rädern.

Schöner Nachmittag mit Lars und Rocio und unserem Enkel. Kleiner Spaziergang mit Kaffee in das nahegelegene Wohnviertel, das UNESCO Weltkulturerbe ist.
Auf der Hin und Rücktour durch Berlin mit dem Rad konnte ich einige Eindrücke für meine Reihe ‚Bilder im Kopf, Bilder, die nicht gemacht wurden‘ sammeln.
- Der Europa Radweg, der teilweise nicht seines Namens würdig ist, weil Wurzelwerk ihn zu einer Holperstrecke gemacht hatte
- Zu den Radwegen, die doch den Berlinern so wichtig sind
- Teilweise zugewachsen, Brennessel und Bäume wuchsen hinein
- Leihräder und Roller, umgefallen oder stehend auf den Wegen
- Rechtsüberholer von Kampfradlern ohne Klingel
- Eindeutige Spuren von Wildschweinen in den Gartensiedlungen
- die Stühle der Restaurants auf den Bürgersteigen, die den Durchgangsfussgängerverkehr einschränken
- und Jungs mit Elektroroller, die sich trotzdem durchschlängeln
- Shisha Bars mit PallettenSofas auf den Bürgersteigen
- Geschlossene Erdgeschossräume, die die Rollos runter hatten, die wiederum mit Graffiti beschmiert waren
- Der Versuch eine Sonnenblumenwiese auf dem Streifen zwischen Fahrradweg und Fusgängerweg anzulegen
- Der Streifen zwischen Fahrradweg und Fussgängerweg, der für alles da ist, Sperrmüllablage, Bauschutt
- Mülleimer, die überfüllt oder unten offen sind
- Das große Projektplakat mit Ausbaustufen 2020 – 2040 für den Umbau des alten Tegeler Flughafen
- Die rauchenden Busfahrer in ihrer Pause neben dem Wagen
- Die Sicherheitsbeamten im Auftrage des BVGs vor den U- Bahn abgängen
- Die Obdachlosen-‚Unterkunft‘ zwischen den Fahrradständern an der U-Bahnstation
- Die lange Schlange vor dem GemüseDöner Laden
- Die junge, schwarz gekleidete Punkerin mit den kleinen Messern als Haarspangen

Montag 17. August – Liepnitzsee
Um 11 Uhr los vom Campingplatz, die Autobahn A111 raus aus Berlin und über Oranienburg nach Wandlitz.
Für das Protokoll, heute Tanken zum ‚günstigen‘ Preis von 2,17 € pro Liter. Das waren heute etwas über 150 Euro. Wann habe ich schon mal für 150 Euro Diesel getankt ? Das war bestimmt mit dem Passat zur Zeiten der Ölkrise, irgendwie habe ich in Erinnerung, dass damals der Liter über 2,50 Euro kostete ???
Zum Baden im See war nicht das Wetter. Es hatte stark abgekühlt im Vergleich zu vor 2 Tagen. Jetzt um 21 Uhr beim Schreiben sind es draussen noch 16 Grad, vor zwei Tagen waren es noch 26 Grad.
Bezahlen am Campingplatz muss man immer noch bar. Denn es gibt angeblich kein stabiles Internet, obwohl eine dicke Glasfaserleitung auf der Starße direkt nach Wandlitz führt. Aber da lässt man den Campingplatz nicht ran.
Digitalisierung in Deutschland 🙁
Wir machten noch eine kleine Tour rein nach Wandlitz.

Dienstag 18. August
Morgens gleich nach dem ersten Kaffee mit dem Rad runter zum See. Die Luft war fast kühler als das Wasser.

Schade nur, dass Wellen auf dem See waren. Sonst war der See immer spiegelglatt gewesen. Dafür war es jetzt besser temperiert.
Wir verdösten den Vormittag am Wagen.
Nachmittags nach Wandlitz und rund um den See. Alles bekannte Strecken, deshalb auch keine Bilder, auch wenn es hier sehr nette Häuser gibt, teilweise mit eigenem Seeufer. Ich dachte, die alte Honneker Villa sollte hier ja mal gewesen sein, wurde dann aber durch Web Suche aufgeklärt. Die lag in der anderen Ecke von Wandlitz in der sogenannten Waldsiedlung. Da sollten wir auch mal hin.

Heute wurde der Grill mal wieder angemacht.
Nervig war dann am Abend der Nachbar gegenüber, der bis vor Mitternacht seine Fernseher laut an hatte. Da konnte ich selbst mit Ohrstöpseln nicht einschlafen.
Mittwoch 19. August – Liepnitzsee
Für heute war den ganzen Tag Regen angesagt. Aber es wurde besser als erwartet.
Natürlich wieder morgens schwimmen im See.

Statt einer Fahrradtour machten wir heute einen Spaziergang am Seeufer des Liepnitzsees. Diese Wege kann man nicht mit unseren Fahrrädern fahren. Einfach zu viele Wurzel auf diesen sandigen Wegen.

Wir entdecken, dass es mehrere Badestellen gab. Deshalb wahrscheinlich auch die großen Parkplätze oberhalb und unterhalb des Sees.
Mit der VR Session wurde nichts, das Netz ist hier nicht breit genug. Ab und zu sind es zwar 5G, aber die Daten wollen einfach nicht fliessen. Ich glaube, ich werde meine GB diesen Monat nicht aufbrauchen können.
Donnerstag 20. August – Liepnitzsee und Bernau
Klar waren wir wieder schwimmen im See nach dem ersten Kaffee.

Gespräch mit unseren englischen Nachbarin, die alleine in ihrem nagelneuen Ford Transit reiste. Bis nach Rom wollte sie, in 3 Wochen. Na denn… Ich musste an meinen ersten Ford Transit denken.

Später ging es mit den Rädern nach Bernau. Zum Glück war auf der Landstraße nicht so viel Verkehr. Es ging gefühlt ewig durch den großen Wald.

Stadtmauer und Türme rund um die sonst eher noch Innenstadt, die ihre Vergangenheit der DDR Zeit nicht so recht ablegen konnte.
Wir wollten nicht wieder die Landstraße zurück, aber der Radweg, der über die sandigen Feldwege ging war auch nicht unsere präferierte Strecke.
Vorbei ging es im Wald an einer caritativen Einrichtung in Lobetal und dem alten DDR Bunkergelände in Ladeburg. Leider ist der Bunker nur mit Führung zu speziellen Zeiten geöffnet und ausgebucht bis Ende Oktober.

Dafür bekamen wir dann am Nachmittag auf einer weiteren Radtour das Waldviertel zu sehen,

dort wohnten die DDR Politiker Honneker und Co.

Das waren dann heute in Summe fast 50 Kilometer mit den Rädern. Wir waren gut geschafft.
Freitag 21. August – Wandlitz
Blauer Himmel, doch immer noch etwas Wind, das zu Wellen auf dem See führte. Und wir waren heute nicht alleine, eine Nachbarin vom Campingplatz war mit ihrer Enkelin vor uns im Wasser.

Gegen Mittag ging es noch mal runter nach Wandlitz

und zur Badestelle am See. Daneben war ein Grundstück zu verkaufen. Wir meinen es bei Markler später wieder für 1,4 Mio € plus 7 % für den Markler gesehen zu haben. Teure Gegend hier, aber auch schicke Häuser, vorallem die alten Villen.

Der Fisch vom Fischgeschäft sprach uns nicht an, wir kauften dann lieber den geräucherten Saibling in Wandlitz für das Abendessen.

Der Nachmittag wurde am Wagen verbracht, schon erste Vorbereitende Arbeiten für die morgige Abfahrt: Leckerschmeckerkassette und Co. So lange wie diese 5 Tage waren wir noch nie auf einem Platz gewesen. Aber hier gefällt es uns. Schöner ruhiger Platz, klasse Bademöglichkeit, Einkaufen in Wandlitz in 15 Minuten durch den Wald.
Jetzt wurde es aber voller auf dem Campingplatz, letztes Ferienwochenende in Berlin.
Eine Runde mit den Rädern über den Platz, der inzwischen mit Dauercampern ziemlich belegt ist. Immer wieder spannend zu sehen, was die Leute in ihren Parzellen zu stehen haben. Es sind immer mehr Wohnmobile zu sehen, die hier dauerhaft(?) abgestellt sind. Aber auch ganz alte Wohnwagen, dicke Motorräder vor den Wohnwagen, kleine Gärten und Lauben hübsch eingerichtet, riesige Grills und Outdoor Küchen. Es waren bestimmt 10 Holztonnen auf dem Gelände, beliebt im Zusammenhang mit eine, Zelt davor.