Erste Woche Norwegen – Spitzbergen

Sonntag 21. Juni – Spitzbergen Longyearbyen, Sabines Geburtstag, Sonnenwende

Es war so still an Board, als ich nachts aufwachte, sind wir schon da, haben wir schon angelegt ? Nein, wir waren noch irgendwo auf dem Meer, es war hell, die Sonne schien und es war mitten in der Nacht. 

Anlegen war erst kurz vor 9 Uhr. 

Wir hatten vorgestern noch Gutscheine für 3 Restaurant Besuche erstanden. Eigentlich verrückt, denn alle Verpflegungen an Bord waren in dem Buchungspreis inbegriffen. Nur wenn man etwas besonderes sein sollte, dann gab es 3 Restaurants, die zusätzliche kostenpflichtige Menüs hatten. Heute war etwas Besonderes, Sabine hatte Geburtstag. 

Aber der Tag begann normal mit dem üblichen Frühstück. Wir hätten auch ein kostenpflichtiges Frühstück buchen können, hatten uns aber für die 3 verschiedene Restaurants mit jeweils 4 Gängen entschieden. Erster Termin heute Abend.

Vorher ging es aber zu Fuß in den Ort Longyearbyen. Gestern hatten wir schon im Vortrag etwas über den Ort gehört. 

Mir war vorher gar nicht bewusst, wie weit nördlich wir jetzt waren.

Ich hatte mich zwar auf Minusgrade und Schnee eingestellt, aber es war ein wunderschöner sonniger norddeutscher Sommertag. Wir hatten mit dem Wetter ein riesiges Glück. Sonne aus allen Löchern und das 24 Stunden ! 

Die alten Förderanlagen, die nicht mehr in Betrieb waren, aber Museumscharakter hatten und einfach stehen gelassen wurden, erinnerten mich sehr an das Spiel Riven. 

Wir liefen zu Fuß am Hafen entlang 

Erst die berühmte Holzkirche

mit dem ausgestopften Eisbeeren.

Man durfte die Stadt übrigens nicht verlassen, ohne dass ein bewaffneter Guide dabei ist. Es gab mehr Eisbären als menschliche Einwohner auf Spitzbergen! Und man war schnell an der Stadtgrenze.

Ein Warnschild vor Einbären habe ich nicht gesehen, aber vor Motorschlitten,

die vor jeder Tür standen

klein und groß

dann in die Fußgängerzone mit all den touristischen Läden. Alles hatte ( für uns ) extra auf, denn es war ja eigentlich Sonntag.

Longyearbyen hatte nicht mehr als 2500 Einwohner. Genauso viel oder evtl sogar mehr gingen heute von Bord, um den Ort zu besuchen 🙁

Das war wieder so etwas was ich nicht und nie wollte, ich oder wir als Invasion im Ort.

Anderseits, die Touristen brachten das Geld. 

Hier ein Scan von den Schneemobilen und noch einer.

Als wir zurück kamen, warteten große Schlangen auf die Busse zu den Seelöwen ( 400€ pP ) 

Wir waren geschafft vom Rundgang und genossen auf unserem Balkon in kurzer Hose und T-Shirt die Sonne. 

Direkt unter uns eine kleine Saunaanlage für Einheimische. Während ich das hier schreibe 21.30 Uhr, taghell, kam auch gerade wieder jemand raus und stieg kurz ins Wasser. 

Vor dem Essen hatte Sabine uns noch einen Sportkurus gebucht. Was schon ungewöhnlich genug war, dass wir heute hier im absoluten hohen Norden einen Sommertag erleben durften, wurde noch durch diese 30 Minuten Sport gesteigert. Nicht der Kursus an sich, der war wie viele Kurse im Sportland zuhause, sondern für mich war diese Situation das Ungewöhnliche. Man blickte auf diese karge Landschaft und konnte in der Ferne noch schneebedeckte Bereiche sehen. Dieser krasse Gegensatz, sich in Sportklamotten wie im heimischen Sportland zu fühlen, während man am nördlichsten Punkt seines Lebens befindet und draussen diese aussergewöhnliche Landschaft von der Midsommer Sonne beschienen wird. 

Als wir zurück auf unsere Kabine kamen, lag dort ein Glückwunschschreiben vom Kapitän und eine kleine Auswahl an Pralinen für Sabine. Sogar ein kleines Video mit Glückwünschen von der Besatzung bekam Sabine per Mail.

Für besondere Anlässe hatte ich mir eine besondere Hose eingepackt. Jetzt musste ich feststellen, dass ich die falsche Hose eingepackt hatte, sie war zu eng. Oder hatte ich schon so viel zugenommen?

Zur Feier des Tages ging es asiatisch Essen. Hier am Ende der Welt wurde uns eben ein unglaubliches Menü serviert. Aber ebenso unglaublich wie das Essen ist hier auch die Freundlichkeit der Kellner, eigentlich des gesamten Personals.

( mein besonderes Bild der Reise, 22.54 Uhr und die Sonne ist weit davon entfernt unterzugehen)

22 Uhr. Es wird jetzt doch etwas frisch auf dem Balkon im Schatten, wir gehen jetzt zur Sonnenwendparty auf das Pooldeck. 

Wow, so einen Geburtstag hat Sabine noch nicht gehabt. Wir tanzten unseren Beatfox, den wir seit Lars Hochzeit (?) nicht mehr getanzt hatten, bis kurz vor Mitternacht.

Blauer Himmel und die Sonne stand immer noch eine Handbreit über dem Horizont. Es war alles so unwirklich, die schneebedeckten rundlichen nackten Berge zogen vorbei, zwei Gletscher waren dabei und wir tanzen bei lauter Diskomusik.

Aber mM war Spitzbergen keine wirklich so tolle Landschaft, die Gletscher in Patagonien waren viel eindrucksvoller. Was hatten wir schon alles gesehen. Wir sind sehr dankbar dafür.