Montag, 22. Juni – Seetag
Nach solch einem besonderen Tag konnten wir ausschlafen. Es war auch wieder grauer Himmel und die See hatte vereinzelt Schaumkronen.
Zeit zum Lesen. Ich hatte ein altes Buch aus meiner Jugend mitgenommen.
‚Welt am Draht‘ ( Taschenbuch von 1973 , damal noch 3 DM )
Es zeigt unglaubliche Parallelen zum heutigen AI Thema mit den Agenten.
Für die Podcasts, die ich mir extra auf das Handy geladen hatte, fehlte tatsächlich die Zeit.
Wieder Sport im Studio und 2 Vorträge über die nächsten 2 Ziele. Die Vorträge waren interessant und hilfreich für die Stadtrundgänge in den nächsten 2 Tagen, Nordkap und Tromsø.
Es schaukelte doch Nachts etwas auf See, speziell auf dem letzten Stück morgens bevor wir das Nordkap erreichten.
Dienstag 23. Juni – Nordkap
Durch das Schaukeln auf See hatte ich schlecht geschlafen, erst als es etwas ruhiger wurde bin ich wieder eingeschlafen, doch mit dem Anlegen um 6.30 Uhr weckte uns ein lautes Geräusch. Laut wie ein Hubschrauber, war aber etwas anderes, waren es die Winschen für die Festmacher Leinen ?

Egal, wir mussten ohnehin früher Aufstehen, denn unser Bus zu Nordkap fuhr schon um 8.30 Uhr, da schlafen wir normalerweise noch.

Mit nur einem schnellen Müsli und einem Kaffee im Bauch ging es zu den Bussen.
Nordkap ist Massentourismus, dementsprechend standen viele Busse für uns bereit. Wir hatten tatsächlich als Spätbucher noch einen Platz bekommen. Vorher war alles ausgebucht. Haben wohl zusätzliche Busse noch geordert. Sorgfältig nummeriert, bei jedem wurde vor dem Betreten der Bordpass gescannt.

Ich hatte den Tip bekommen, die Fahrradtour zu unternehmen, aber als wir buchten, war alles schon ausgebucht. War auch besser so, die Fahrradstrecke geht über 40 Kilometer auf der viel befahrenen schmalen Landstraße. Der Bustransfer ( 75 € pP ) dauerte alleine schon 45 Minuten und es ging ziemlich bergauf. Aber heute kam eine Erschwernis hinzu, es gab einen kräftigen Schauer.

Wir waren schon auf dem Rückweg, als die Radfahrer im Regen uns entgegen kamen. Das war kein Vergnügen mehr. Und es ging für die noch kräftig bergauf.

Rentiere liefen frei herum.



Wir entschieden uns nicht gleich den Massen zu folgen, sondern gingen erst zu den Sculpturen.

Ein Kap ist ein Kap, es geht immer steil bergab.
Ganz früher wurde unten angelandet und man musste zufuß hoch.
Wir erinnerten uns an andere Kaps
– Zuletzt in Madeira
– Nord Spanien
– Südspitze Portugal

An der Weltkugel war natürlich viel los.

Das war das eigentliche Touristenziel. Alleine auf das Bild zu kommen war unmöglich.

Das Besucherzentrum ( der Eintritt von 36€ war für uns im Transfer mit drin ) ging tief ins Erdreich, leider verpassten wir den Film, da war dann unsere Zeit bis zur Abfahrt des Busses zu knapp. Überhaupt Abfahrtzeiten, daran muss man sich auch auf einer Kreuzfahrt gewöhnen, im Bimo ist das anders, da bestimmten wir die Abfahrtszeit. 1 1/2 Stunden waren hier knapp bemessen.

Wir suchten noch mal die etwas ruhigeren Ecken auf dem Gelände. So waren wir wieder früh am Schiff. Rechtzeitig für Mittag.

Den Nachmittag nutzen wir für einen selbstständigen Spaziergang den Hausberg hinauf.

Nicht den ganzen Berg,

es fingen die 900 Stufen erst ab der Aussichtsplattform an, an der wir eigentlich schon umkehren wollten.

Aber ein paar Stufen waren aber für uns noch drin, obwohl schon gut durchgeschwitzt, denn in der Sonne war es recht warm.

Unten im Ort fielen uns zwei junge norwegische Mädchen auf, die bauchfrei und T-Shirt den Sommer genossen, während wir in dicken Jacken rumliefen. Norwegische jugendliche Hitze 🙂

Die Schilder zeigten 30 Grad 🙂

Großes Kino beim Ablegen, super Wetter, wir und alle anderen auf Liegen beim Auslauf-Cocktail. Und immer wieder der gleich Song laut über die Bordlautsprecher beim Auslaufen.

Der Kapitän fährt für uns extra noch mal dicht an das Kap heran und macht für uns eine 360 Grad Drehung.

Das war der Höhepunkt der Reise.

Eigentlich schreibe ich ungern über das Essen, aber es muss hier noch mal erwähnt werden, wie besonders das Essen und der Service hier ist. Wir freuen uns auch hier, dass wir uns so etwas leisten können.
Auch wenn es Anfangs noch sehr schauckelte, ich konnte an den Fenstern sehen, wie sich der Horizont des Meeres über fast die ganze Fensterhöhe hebte und senkte. Zum Glück sassen wir mitschiffs.
Heute Abend dann doch mal Showtime, der Zauberer hatte es echt drauf und war witzig obendrein.
Mittwoch 24. Juni – Tromsø –
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Stille Einfahrt morgens in den Sund von Tromsø.
Im Fahrstuhl schon erste Begegnung mit den Menschenmassen hier am Bord. Brauche ich das wirklich ? Im Frühstücksrestaurant ist das Gedränge heute zum Glück nicht ganz so groß. Aber schon die Schlange am Kaffeeautomaten nervt etwas, besonders wenn das Teewasser nur so leicht aus dem Hahn tröpfelt und die Person vor mir gleich 2 Becher füllt.
Auf der Kabine waren auch heute Morgen wieder die Bettdecken zu einem Tier gefaltet worden. Das Personal meint es sicher gut und viele finden diese Tierchen als witzig, ich mag aber diesen Eingriff in meine Intimbereiche nicht, ich brauche auch kein gefaltetes Toilettenpapier. Mir würde es reichen, einmal die Woche die Mülltonne geleert werden würde, mehr bitte nicht. Lasst mich in meiner Kabine in Ruhe, ich kann selber mein Bett machen und meine Handtücher aufhängen. Auch wenn diese Reinigungskräfte sehr nett sind und ich auch keine Angst um mein rumliegendes iPad oder Kamera habe, meine ‚Kreise‘ werden gestört.
Der Shuttlebus in die Innenstadt kostete extra ( Hin und Rück 15€ pP, abgetechnet über Scannen der Bordkarte ), es war einfach zu weit zum Laufen, da unsere riesiges Mein-Schiff 7 nicht unter der Brücke durchpasste.
So wurden wir am Hafen rausgelassen, unweit von der Fußgängerzone.
Es nieselte leicht, so wurden von uns die Läden angesteuert.
Obwohl ich nicht so gut zufuß war, gingen wir zufuß über die Brücke zur bekannten Eiskirche Kirche von Tromsø.
Der Blick von der Brücke war super,
In beider Richtungen und auf den Hafen.
Die Kirche war eher enttäuschend, Eintritt für 9 Euro war uns zu viel für das doch schlichtere Glasfenster.
Insgesamt war der Tag in Tromsø dann doch besser als Anfangs mit dem Nieselregen befürchtet.
Wir sassen im Spezialtäten Restaurant, als wir ablegten. Die immer gleiche Musik beim Ablegen rührten fast die Tränen. Es hat schon etwas, – ja was ? – Besonderes ? Gigantisches ? Unwirkliches ? – wenn dieses riesige Schiff fast geräuschlos ablegt und anschließend so langsam durch den Hafen gleitet und den Liegeplatz Stadt verläßt.
Wir skipten die St Pauli Party mit Karaoke Gesängen und den
Showeinlagen und genossen lieber an Deck die Ausfaht aus dem Sund
Und konnten die Lotsen Rück- /Übergabe live miterleben.
Für diese Anblicke hatten wir diese Reise gemacht. So kann man Norwegen nicht vom Wohnmobil aus erleben.
23 Uhr Wir gehen ins Bett. Die Sonne wollte einfach nicht untergehen. Interessante Frage von Sabine, wenn die Sonne im Westen nicht untergeht, wie kann sie dann morgen im Osten wieder aufgehen ? 🙂