Montag 28. September 2026 – nach Champigny
Die Nacht über war es recht warm im Wagen. Auch morgens waren es schon 17 Grad draussen, obwohl bewölkt. Half aber alles nix, wir mussten Packen nach dem Frühstück.
Diese Landschaft mit den kurz geschnittenen Hecken, den weissen Kühen und den trockenen Weiden begleiteten uns noch etliche Kilometer aus der Hügellandschaft heraus.
Der eine Nationalpark war zu Ende und schon fing wieder der nächste Nationalpark an.

Kleine französische Ortschaften und Google konnte es nicht lassen uns durch die enge Dorfstraße über den Marktplatz zu schicken, obwohl ich meinte eine Abzweigung auf die Bundesstraße gesehen zu haben. Aber so sehen wir wirklich etwas von Frankreich. Neue Ortsdurchfahrten, aber viele arme Häuser aus Naturstein wo der Putz bröckelte. Es gab auch einige nette moderne Natursteinfassaden. Und natürlich Herrenhäuser mehr oder weniger prächtig.

Wieder keine Windräder auf den ganzen 200 Kilometern gesehen. Dafür wunderhübsche Landschaften, die im frischen Grün eines Frühjahres bestimmt noch hübscher aussehen. Vermeidliche Laubfärbung war meistens trockene Bäume. Auch ein paar abgebrannte Hecken haben wir gesehen. Und noch Felder mit blühenden Sonnenblumen, muss eine späte Sorte sein, bei uns sind die längst verblüht.
Was aber interessant war, waren die Schwärme von Mücken, die wir mehrfach am Straßenrand gesehen haben, obwohl wir eigentlich keine Mücken ansonsten haben und auch meine Windschutzscheibe erstaunlich sauber blieb.
Lebensmitteleinkaufen im intermarche in der Hyper Ausführung. Wir hatten einen Hypermarche wie in Arcachon erwartet, wurden aber dann doch enttäuscht. Das Angebot war zwar gewaltig, aber die Platzierung, wie es ausgestellt wurde, kam lange nicht an den Hypermache in Arcachon heran.

Und für das Protokoll, habe ich schon mal so teuer getankt ? 2,43 €/l habe ich bezahlt. Das tut weh. Zumindest war noch genügend da und damit kommen wir jetzt fast bis nach Hause.
Aktuelle politische Lage: England denkt über eine Rationierung von Diesel nach und über Geschwindigkeitsbegrenzungen. Wie genau es um Frankreich steht, kann ich nicht rausfinden, Deutschland soll wohl ausreichende Reserven haben. ( aber wie lange ?)
Dann die Seine überquert. Seine und Loire, das sind für mich einfach Frankreich. 🇫🇷 Die französische Fahne findet man an allen offiziellen Gebäuden. Warum ist das in Deutschland inzwischen anders?

Der Campingplatz war noch richtig leer, wir konnten uns einen Platz aussuchen. Aber im Laufe des Nachmittags füllte er sich. Beim Aussuchen sprachen wir mit Leuten aus Eichstätt, die aus München dort hin gezogen waren und mal Kontakt mit dem Gründer von Bimobil hatten.
Es war schwül warm.
Wieder keine Mücken heute Abend draussen am Wohnmobil.
Dienstag 29. September – Champigny
Es war so warm gestern Abend im Wagen, dass wir alle Fenster aufgerissen hatten. Nur zumachen hatten wir bei den Dachlucken vergessen. Damit war es doch etwas frisch im Wagen heute morgen. Zum Schlafen kein Problem, wir mögen es gerne etwas frischer. Die Landstraße, fast nebenan, war doch etwas lauter als gedacht. Zum Glück kam die Sonne gerade raus und wir konnten draußen sitzen.
Erst spät ging es auf die Räder, Sabine hatte über Komoot eine Radtour ausfindig gemacht. Es ging über Champigny, das ist übrigens die Ansiedelung nebenan – der Campingplatz lag zwischen Belan-sur-Ource und Champigny – nach Grancey-sur-Ource.

Wieder diese typischen Häuser. Viele Häuser schienen unbewohnt oder das ehemaliges Elternhaus nur noch als Ferienhaus ?

Das Rathaus mit Schule für die 130 Einwohner.

Dann begann die Tour, die Sabine im Gedicht so festhielt.

Vorweg die Moral von der Geschicht:
Glaube Google Maps bloß nicht
Und am besten nicht komoot
Dann stehst nicht da wie ein Idiot.
Der Weg führt mitten durch den Wald!
Da ist kein Schotter, kein Asphalt.
Bergauf! Und Wurzeln gibt’s und Steine,
Google Maps sagt hierlang! Bedenken? Keine.
Der Weg wird schmaler, Achtung Dornen – hier lang!
Zu allem Glück schwindet googelts Empfang.
Der Weg hört auf, was machen wir nur?
Da gibt’s nur eins – umdrehen, retour.
Es ist noch hell, die Akkus voll,
es droht kein Wildschwein und kein Troll,
als Götz den Querweg steil erklimmt
und mir alle Sorgen nimmt.
Nur noch die Räder steil bergauf,
„hörst Du die Landstraße trotz Geschnauf?“
Über dieses Feld noch auf und nieder –
Geschafft! Die Zivilisation hat uns wieder.

Wir hätten einfach rechtzeitig umkehren sollen. Das mit den Brombeer Dornen war nicht mehr witzig zum Schluss.

Und ohne Schiebehilfe wäres kaum gegangen.

Das Wasserschloss,

konnten wir leider nur von dem Eingangstor her bewundern.

Zu bewundern waren auch die Farben der Felder. Leider kommen die Nuancen der Brauntöne auf den Bildern nicht raus.
Mittwoch 30. September – von Champigny an die Seine
Es war zu warm heute Nacht.
Und natürlich wieder warm am Morgen.

Der Bäckerwagen kam pünktlich, wir konnten ein Baguette und Croissants für uns erstehen. Welch ein Service für die paar Gäste auf dem Platz.
Wir beschlossen eine Tour nach Châtillon-sur-Seine zu machen, wo wir vorgestern noch Tanken und Einkaufen waren. Wir wählten die Route durch die Weinberge, 21 statt 16 Kilometer eine Strecke.
Weinberge waren hier noch nicht in der Überzahl in der Landschaft.

Leider eine schlechte Wahl, erst ging es ziemlich steil an das obere Ende der Weinberge mit anschließender ordentlicher Abfahrt hinter dem Berg, dann war leider der wichtigste Straßenabschnitt wegen Teerarbeiten zum Schluss gesperrt.

Und doch mal eine Windmühle am Wegesrand 🙂
Wir hatten ohnehin inzwischen entschieden, dass wir nicht bis Châtillon-sur-Seine radeln, denn eine schwarze Front kam auf uns zu. Also nichts mit Seine 🙁
Unangenehm war dann das Stückchen mehr befahrene Bundesstraße, denn genau wo wir wieder auf unsere Strecke wollten war das andere Ende der Sperrung. Dicke Laster standen mit Teer bereit für den neuen Belag.
Auch wenn man einen Helm auf hat, fühlt man sich doch auf unseren kleine Rädern nicht so sicher, wenn die Autos oder besonders die LKWs vorbeidonnern.

Dann konnten wir doch wieder in den Nachbarort abbiegen, kamen an dem Château vorbei, das wir schon auf der Anreise vom Wagen aus gesehen hatten. Aber viel mehr konnte man vor dem Eingang auch nicht sehen.
Jetzt fing es an zu regnen. Zum Glück nur wenige Tropfen über die restlichen Kilometer zum Campingplatz.
Planungen für den weiteren Verlauf der Reise. Noch einen Stopp in der Champagne Nähe Reims, dann Luxemburg und ab nach Hause ?
Mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt. Wir hatten ja unheimliches Glück bislang und nur schöne Tage. Jetzt beim Blog Schreiben ist es noch warm genug zum draußen sitzen. Heute Nacht soll es regnen.
Bevor ich den Blog von heute poste, wollte ich doch noch mal etwas Schreiben, wie wir heute doch auf unser Handy angewiesen sind, bzw welche Möglichkeiten uns die Netze geben:
- Vom meinen Mobilfunktarif habe ich nur die Hälfte der 25 GB genutzt, auch weil auf einigen Campingplätzen das Wlan gut genug war.
- Gestern im Wald hatten wir allerdings kein Netz mehr, es wurde nur noch das Satelliten Zeichen agezeigt, Notrufe hätten wir noch absetzen können, aber so schlimm war es dann doch noch nicht. Aber man wird sich der Abhängigkeit bewusster.
- Sabine bucht regelmäßig den nächsten Platz vor und zahlt meistens auch gleich, oder zumindest eine Anzahlung.
- Die Routenplanung mit Google Maps.
- Wo sind wir überhaupt?
- Campingplätze über die ACSI App.
- Wettervorschau
- Das Video in WhatsApp von den Enkel und die Videocalls
- Die allgemeine Nachrichten ( die man besser nicht lesen sollte ?)
- Schnell mal die Auslastung der VR Brillen der ZWB im September dokumentiert
- Eigentlich wenig VR diese Reise
- Fragen an die AI, zB warum dieser Streifen neben dem Kilometerstein ?
- Mit FindPinguiens Bilder aus der Südsee zu bekommen
- Geburtstagsgrüsse nach Amerika
- Videokonferenz mit den VR Leuten der Gesellschaft für Informatik