Besuch KKKrümmel

Manfred hatte in Krümmel gedreht und dort kam die Sprache auf 360° Bilder und hat mir dort empfohlen mal einen Termin zu machen. Über den Leiter Öffentlichkeitsarbeit kam dieser Kontakt zu Stande und ich bekam für gestern eine Einladung ins Kernkraftwerk Krümmel. 

Der Zufall wollte es, dass ich ein paar Tage vorher unter der VR Brille ein 3D Video durch das KK Tschernobyl gesehen hatte. Ich war echt gespannt.

1 Stunde Fahrt von hier Autobahn Richtung Winsen über die Elbe rüber und gleich war man in Geesthacht, wo dann das Kraftwerk lag. Vorher kann man noch an dem Pumpspeicherkraftwerk Geesthacht vorbei. Nicht zu übersehen, die dicken Rohre gingen die Elbhänge hinauf.

Gleich neben dem Kernkraftwerk Krümmel lag auch das Informationszentrum. Wir trafen uns dort und man hatte von hier aus einen tollen Blick auf die Elbe. Das Gebäude war in die Jahre gekommen, große Glasfront und im Besprechungsraum konnten wir noch mal besprechen, was wir heute eigentlich machen wollten. Mit einem Kaffee hatte ich nicht gerechnet. Wir gingen noch mal durch die ein und andere Anwendung, die ich in meinem Vortrag vorgestellt hatte und ich zeigte auf der VR Brille die neusten 3D Bilder von Hyperscape und das dazugehörige Scan Programm.

Hier im Informationszentrum war auch eine kleine Ausstellung, ein Modell des Kernkraftwerkes, die historische Entwicklung an der Wand und ein Raum, wo Sicherheitsschulungen gemacht wurden . Diese Sicherheitsschulungen wären ideal für VR.

Dann ging es erst in die eigentliche Kraftwerksanlage. Am Empfang muss der Personalausweis gezeigt werden und meine sämtlichen Daten, die ich 14 Tage schon vor weggeschickt hatte, wurden abgeglichen. Gleich hinter dem Empfang war das erste Dosimeter eine Station, wo ich mich drauf stellen musste die Nase fast an die Wand ein Armen musste in ein Schacht greifen und man wurde vorwärts und rückwärts gescannt, ob man irgendwelche Strahlung mit hinein trägt, von der man später nachher behauptet, die hätte man innerhalb des Reaktors bekommen.

Dann ging es erst mal ganz normal weiter. Wir gingen in die Kantine und es gab ein leckeres Kantinenessen. Ich war dankeswerterweise eingeladen worden 🙂

Ich muss noch mal den Bereich rausfinden, den wir als Nächstes betraten. Der hatte eine bestimmte Bezeichnung. Uns kamen da plötzlich lauter Leute in weißen Kitteln, keine Hose an, nackte Beine schauten aus dem Kittel, dann Socken und Badelatschen. Scheinbar war gerade Schichtwechsel. Mir wurde erklärt, dass die Leute bei dem Reaktor Rückbau keine eigenen Klamotten anziehen, sondern hier zum Umziehen kommen. Auch ich musste mich dann gleich umziehen, nachdem ich mich noch einmal von diesem Strahlung Scanner habe scannen lassen müssen. Hier musste ich dann meine Jacke und auch meinen Rucksack lassen. Den durfte ich nicht mal bis zur Umkleide mitnehmen. In der Umkleide gab es denn für mich Einen roten Helm, eine Schutzbrille, ein Overall mit Kapuze. Ich konnte mir richtige Schuhegröße aussuchen und bekam Sicherheit Stiefel. Für die Stiefel gab es noch eine extra Überzieher.

 

Meine Begleitung musste sich auch umziehen. Nachdem ich eingewiesen wurde, trafen wir uns dann an der nächsten Schleuse eine Ein-Mann-Schleuse, die auf mein Ausweis reagierte und uns so nach und nach oder einem nach dem andern in den Sicherheitsbereich ließ.

Als erstes kam, wenn ein Bereich, wo ein riesiger Kran oben an der Decke hing und irgendetwas gerade nach oben geschafft wurde. Wir durften uns jedenfalls nicht so sehr in die Nähe stellen. Wir gingen etwas herum und scannten ein Teil der vielen Rohrleitungen, die da waren. Ich bin gespannt, wie diese Scans rauskommen. Es ist schon unglaublich wie viel Rohre da so verteilt in den Räumen sind. Dann ging es wieder zurück, und es ging in das Reaktordruckgefäß. Hier auf einer Bank noch mal die Schuhüberzieher wechseln, auf der einen Seite die Überzieher ausziehen, die Füße über die Bank rüber und auf der anderen Seite die neuen Überzieher anziehen.

Dann kam eine Druckschleuse, das erinnerte mich alles sehr stark an U-Boote, Ketten, die von der Decke hingen. Ich hoffe, dass die Bilder das nachher zeigen.

Und von da aus ging es in das Reaktor Druckgefäß oben an der Decke waren die enden von den Brennstäben oder das, was wo die Brennstäbe eingelagert werden.

So genau kann ich das auch alles nicht beschreiben, aber auch dieser Raum war hochinteressant, die vielen, parallel angeordneten Rohre, die wiederum zu irgendeinem Sicherheitssystem führten. Überhaupt wurde sehr viel über die Sicherheitssysteme erklärt. Ich konnte mir das in dem Moment zwar vorstellen, aber jetzt im Nachhinein könnte ich das nicht wiedergeben. Wofür welches Sicherheitssystem da ist, hier etwas mit Unterdruck, da etwas mit Natrium, unglaublich, aber eigentlich klar, was da für die Sicherheit alles gemacht wurde.

Ja, dann ging es weiter in den Raum der Turbinen, die Turbinen jedenfalls zwar hier große Aktivitäten. Mehrere Handwerker waren dabei Sachen auseinander zu schrauben, abzudecken und es war doch ziemlich warm da. Alles nur im Dunkeln kein natürliches Licht, alles nur Lampen, wie unter Tage. Meine Begleitung sagte, es wäre zwischen auch ein Problem, Leute zu finden, die solche Arbeiten machen, denn hier gibt es keine Toiletten. Hier gibt es nichts zu essen und man dürfe auch nichts essen und nichts zu trinken mitnehmen.

Weiter ging’s dann zum Auffangbecken. Wir stiegen erst mal in den Fahrstuhl und fuhren irgendwie auf 40 Meter oder waren das 50 Meter Höhe. Das ist quasi der große Turm oder das große Gebäude, was man auf dem ersten Bild sieht. Man braucht diese Höhe, weil man dann von oben mit einem Kran die langen Brennstäbe aus dem Rektor Druckgefäß heraus holt und die dann unter Wasser rüber ins Auffangbecken bringt. Das konnte man sehr schön von ganz oben erkennen.

Ich hoffe in dem Bild kommt das auch entsprechend raus. Das Wasser war beleuchtet und dieses blaue Wasser. Er erinnerte mich an meinen ersten Besuch mal in einem Kernkraftwerk, als wir mit unserem Lehrer im Versuchsreaktor in Geesthacht waren. Das war noch zu Schulzeiten mit dem Physik Leistungskurs gewesen. Hier wurde mir erklärt wie sie mit einem Unterwasserschneidegerät mit Hochdruck Wasser und kleinsten Glaspartikeln die Teile auseinander schneiden. Alles unter Wasser. Den schneidenden Strahl konnte man tatsächlich sehen.

Wieder ging es etwas tiefer. Die Gänge durch die wir liefen waren alle gleich für mich und meine Begleitung sagte, es wäre auch eine echte Herausforderung für die Feuerwehrleute, die dort, wenn es mal gebrannt hätte, sich auskennen müssen. Die Ausbildung zum Feuerwehrmann in einem Kernkraftwerk dauert tatsächlich ein Jahr. Interessant waren auch immer wieder diese versetzten Gänge. Das war eine Strahlenschutz Geschichte, die Strahlen konnte so nicht um die Ecke gehen und Zickzack, so wie eigentlich wir das damals in Tangermünde gelernt haben, dass der Feind das Ende nicht sehen kann, so kann die Strahlung daneben auch nicht durchkommen, aber man konnte da zick-zack durch gehen. Interessant war auch die Betonstärke des Reaktorgefäßes zu sehen. Das, meine ich, waren 1,60 m, man hatte ursprünglich irgendwie mit 80 cm Betonwand gerechnet und dann gab es neue Vorgaben durch neue schwerere Flugzeuge, dass man auf 1,60 m erweitern musste. Unglaublich, wenn man diese Wände sieht und die entsprechenden dazugehörigen Panzertüren. Das kann man hier alles gar nicht so beschreiben.

Weiter ging es dann in eine große Halle, wo die Turbinen auseinandergenommen wurden. Da konnte man noch die Reste von den Turbinen sehen und er zeigte mir auch die verchromten Turbinenblätter und ich durfte mal mit dem Finger über den Rand fahren. Der Rand war wirklich nicht mehr glatt und er sagt, das ist das Problem, wenn im Wasserdampf noch Wasser drin ist. Also Wassertropfen und die zerschmettern da die Turbinenblätter. Deshalb wird ganz stark drauf geachtet, dass in solchen Fällen wirklich nur Wasserdampf durchgeht mit verschiedenen Techniken.

Weiter ging es dann zu einem riesigen Druckgefäß, einem riesigen Kessel. Ich weiß gar nicht mehr wozu der war und ein weiterer Kessel, der für Unterdruck war. Da konnten wir reingehen und man konnte in diesem Kessel sehen, wie die Stahlstreben die Außenwände von diesem Kessel unterstützen, weil die sonst mit diesem starken Unterdruck einfach implodieren würden.

Ich glaube, es gab noch ein zwei Stationen mehr viele Gänge und ich war doch völlig geplättet von den Eindrücken, die ich da bekommen habe. Ich habe schon viele Kunden Installationen und Kunden gesehen. Bin im Stahlwerk in Salzgitter gewesen oder auch in der Reifenpresse bei Conti aber sowas wie ein Kraftwerk von innen, direkt da wo die Brennstäbe waren, wo der Druck war. Sowas hatte ich in meinem Leben noch nicht gesehen.

Aber an keiner Stelle fühlte ich mich unsicher, oder dass es irgendwie gefährlich aussah.

Während der Tour habe ich meiner Begleitung erklärt, wie man 360° Bilder macht, wo man die Kamera gut aufstellen kann, dass es vielleicht doch besser ist nicht immer die direkte Verbindung zwischen Handy und 360° Kamera zu haben, sondern einfach mit einem Timer zu arbeiten. Aber ich glaube er wollte immer gerne sehen ob das Bild was geworden ist. Auf dem kleinen Handy kann man das nachher doch sowieso eigentlich gar nicht richtig erkennen. Auch bin ich wirklich auf gespannt auf die Scans. Das haben wir nur einmal gemacht. Scans hätte ich gerne mehr gemacht. Und ich hätte natürlich super super gerne auch mal so einen Scan mit der VR Brille gemacht, wie das jetzt in der neuen Version von Hyperscape machbar ist.

Nachfolgend ein 360 Grad Rundgang mit obigen 360 Grad Bildern speziell für den VR Modus

360° VR Gallery

360° VR Gallery

Schaue auf die farbigen Kugeln und klicke, um zwischen den Räumen zu wechseln.

VR-Modus: Klicke auf das VR-Brillen-Icon unten rechts.

Wie war der Rundgang ?