Montag 15. September – italienischer Lago Maggiore

Noch ein Stop beim Coop Einkaufszentrum. High End Lebensmittelpräsentation. Das absolutes Highlight war die abgetrennte Käsetheke. Ein besonders gekühlter (?) Raum, wie ich ihn nur von hochwertigen Weinen her kenne. Fast alle Preise waren vom feinsten …
Bis nach Italien war es vom nördlichen schweizer Teil des Lago Maggiore nicht weit.

Erst ein paar Kilometer Autobahn, dann einfache Landstraße, besser Dorf an Dorf an der Seestraße ging es bis zur Grenze. Die Straße wurde immer enger, die Zäune zu den Seegrundstücken gefühlt immer höher, sowie die Felsen der Berge auf der linken Seite immer steiler.
Die von Sabine geplanten Stopps, ein Dorf, ein Kloster, mussten wir überfahren, weil es in der Nähe keine Parkplätze für Wohnmobile gab, nicht mal für unseres kleines. Große WoMos sahen wir hier ohnehin nicht mehr. Es war wirklich alles Italienisch.
Wir waren auf der Europa Via.
Der Parkplatz zum eigentlichen notwendigen Lebensmittel Einkauf bei einem Coop gab es nur als Parkgarage. Also mussten wir viel weiter die Strasse runter, in der letzten Ecke fanden wir etwas. Hier sind wirklich kleine Fahrzeuge im Vorteil. Einen richtig alten Fiat 500 habe ich gesehen, hatte wirklich vergessen wie klein der ist. So fiel der Einkauf etwas spärlich aus, nicht weil wir wenig benötigen, sondern weil wir es nicht zum Wagen den ganzen Weg schleppen konnten. Der Coop war das krasse Gegenteil zu dem, was wir heute morgen noch in der Schweiz erleben durften.

Der Campingplatz lag toll direkt am Lago Maggiore und wir bekamen einen Platz unter Bäumen in zweiter Reihe. Aber ansonsten war das ein voller Absturz zum Campingplatz die Tage vorher.

WLAN ist zwar wichtig, aber moderne saubere Sanitäranlagen sind wichtiger. Da waren wir die letzten Tage richtig verwöhnt worden.

Hier plötzlich wieder Duschmarken, nicht alle Toiletten hatten Sitzklos, sondern Hock Löcher (3/5) . Der Abwaschplatz kein warmes Wasser.
Dafür ein nettes Restaurant angeschlossen und wir gingen für 23 Euro Pizza Essen incl einem halben Liter Wein.
Dienstag 16. September – Ein Beitrag von Sabine
Lazy afternoon…
Die Unterschiede zwischen unseren besuchten Orten am Lago in der 🇨🇭 und in 🇮🇹 :
🇨🇭CP supersauber, Sanitär mit gutem (!) Toipa, Seife, Handtüchern, Wischer, Fön ausgestattet.
Müllplatz akribisch organisiert, Einwurf bis 12 Uhr, um Punkt 12 war er verschlossen 🥳
Radwege: allererste Sahne, bestens ausgeschildert, alle 500 m ein Hinweis auf „Rücksicht“, was gut funktioniert
Supermarkt: ganz gut sortiert, aber unbezahlbar. Vieles doppelt so teuer wie in D und das in Franken (x 1,1)
Restaurant: Pizza ab 18 €.
🇮🇹: CP ok, in den Waschräumen kein Toipa, keine Seife, kein Handtücher, kein warmes Wasser, kaum Licht.
Der Müllplatz in der letzten, nicht ausgeschilderten Ecke und so 🥺
Radwege: nicht vorhanden. Dafür können die Italiener einen angemessenen Abstand zu Radfahrern nicht einhalten und sausen mit 50 cm Abstand vorbei 🥳. Es bleibt also bei dem einen Ausflug zum 6 km entfernten
Supermarkt: der Wahnsinn! Die Abteilung für Ricotta, Mozzarella und Parmesan! Die Meter Regale für Tomatensauce! Die unzähligen Varianten an frischer Pasta! Und alles absolut bezahlbar.
Ende vom Lied: zwei Doraden für den Grill für 10 € (statt 30 fr) und grüner Spargel als Beilage heute Abend. Da ist auch noch eine Packung Toipa für die nächsten Tage drin 😎
Zumindest haben wir es heute morgen versucht, Baden im See.
Aber es war zu schlammig. Sabines Badeschuhe blieben fast im Schlamm stecken. Die Temperatur war ok, aber man hätte weit rausgehen müssen, um tieferes Wasser zu erreichen. Hatten wir gestern schon gehört.
So war heute nur Chillen angesagt.

Sabine hatte sich eine Liege am See ausgesucht, um ihr Buch zu Ende zu lesen.

Ich blieb am Wagen, ein paar Dinge für die VR Kurse zu organisieren.
Nach dem Kaffee dann doch noch auf die Räder, um Lebensmittel im 6 Kilometer entfernten Ort einzukaufen.
Fahrradwege haben sie hier nicht. Also ging es 4 Kilometer auf die Landstraße. Schön ist was anderes, zumal die hier in Italien nicht so recht Abstand beim Überholen halten.
Schöner moderner Supermarkt, da müssen wir bei Abreise mit dem Bimo vorbei fahren.
Die 2 Doraden landeten auf dem Grill.
Wieder so ein super lauwarmer Abend.

Die Wege auf dem Campingplatz waren gesäumt von verwaisten, eng aneinandergereihten Stellplätzen. Die Saison war vorbei, aber hier hatten die Plätze keinen Garten oä, es passte der Wohnwagen und das Vorzelt drauf, dann noch evtl ein bis vier Waschbetonplattenreihen. Oder noch ein Sonnendach bis an die Strasse ? Im Bild mit italienischer Flagge.
Es gab so gut wie keine Mücken. Es sassen zwar die Lörracher bei stark riechenden Mückenkerzen vor dem Wagen, als ich zum Abwaschen ging. Schräg gegenüber saß jemand alleine im Campingwagenvorzelt. Das brachte mich zur Frage, wie viele alte Leute sitzen einsam und allein auf Campingplätzen?
Unsere Gruppe Bremer und Oldenburger Studenten nebenan genossen ebenfalls die lauen Abende. Heute mit einem Gesellschaftspiel in Form einer Fragerunde :
Wer hat schon mal sozialpflichtig gearbeitet ?
Wer hatte schon mal einen Schulverweis ?
Wer hat am längsten schon Cannabis geraucht?
Wir konnten alles gut mithören, tiefe Einblicke in ganze Lebensgeschichten, der mit dem Cannabis hat bevor er aufgehört hatte, 200 Euro pro Monat ausgegeben.