Dienstag 9. September – Zuger See Michaelis Kapelle
Es hatte Nachts ordentlich geschüttet. Ich bangte im Halbschlaf etwas um unsere Markise, aber es kam zum Glück kein Wind auf.

Heute bleiben Fahrräder und Auto stehen, wir starteten noch mal auf dem Wanderweg und liefen kräftig bergauf.

Oben am Bauernhof wollte ich schon aufgeben, doch Sabine trieb mich weiter

bis wir schliesslich in 800 Meter Höhe die Michaelis Kapelle erreichten und einen sagenhaften Ausblick hatten.

Das waren ca 350 Meter Höhenunterschied zum Campingplatz. Für uns ungeübten eine ordentliche Tour.

Was kann man davon sonst noch so berichten ?
Das tolle Haus mit der Frau, die beim Abwaschen in der Küche auf den See blickte ?
Der Bach, der lange neben uns her plätscherte ?
Das Haus mit den kleinen Holzschindeln als Fassade ?
Und noch ein Schweizer Bauernhof in Alleinlage ?
Die Kühe mit ihren Glocken ? Und jede Glocke klang anders.
Der Weg, den sich die Wildschweine (?) in das Maisfeld geschlagen hatten ?
Die Kerzen in der doch schlichten Kapelle ?
Die zwei Getränkedosen, die von ‚Idioten‘ auf der Bank an der Kapelle zurückgelassen wurden ?
Die Hohe Bank an der Kapelle, zum Beine und Seele baumeln zu lassen ? Mit Blick auf den See
Der Wunsch sich auf der Wiese ins grüne Gras zu legen ? ( war aber noch alles zu nass )
Der Geruch aus den Ställen der Bauernhöfe ?
Das rettende Bett im Bimo ?
Mittwoch 10. September – ein Tag für die Tonne
Denn Sabine ging es schon in der Nacht nicht gut. Eine Magen/Darm Geschichte, die ich hier nicht aufnehmen möchte.
Wir verlängerten um einen Tag und verschoben unsere Anreise auf dem nächsten gebuchten Campingplatz um einen Tag.

Die Tiere vom Bauernhof wünschten mit ihrem lauten Gemuhe und ihren Glöckchen gute Besserung. ( Übrigens, dieses ist mein erstes Bild, in dem ich ein störendes Band, das quer über das Bild lief, mit AI rausgelöscht habe )
Ich radelte noch schnell mal zum Lebensmittel Einkaufen und wurde positiv überrascht, als mit eine Frau ihren leeren Einkaufswagen anbot, da ich keine Schweizer Münzen hatte. Ein 2 Frankli Stück habe ich jetzt als einziges Schweizer Bargeld.
Donnerstag 11. September – durch den Gotthard Tunnel an den Lago Maggiore
Sabine ging es zum Glück wieder besser, gestern hätten wir diese Tour nicht machen können.
Schnell noch etwas Lebensmittel einkaufen und sofort waren wir auf der Autobahn. Die Autobahnen sind super hier in der Schweiz, dafür zahle ich gerne die 40 Euro, die wir als Maut schon zuhause online gezahlt haben. Dafür keine Mautstellen und auch am Gotthard Tunnel keine extra Gebühr.

Diese Strecke waren wir noch nie gefahren. Vor dem Tunnel wurde es ab Vierwaldstätter See kurz einspurig. Auch der Tunnel, der tatsächlich fast 17 Kilometer lang war, war nur einspurig. Auf Madeira war ich lange Tunnel gefahren, aber 17 Kilometer an einem Stück, war schon etwas ganz besonderes.

Da darf man keine Tunnelphobie haben oder an Katastrophen Filme, die im Tunnel spielen, denken.

Lenkrad festhalten und in 15 MInuten wir waren durch.
Jetzt waren wir in der italienischen Schweiz. Ein ganz anderes Landschaftsbild. Keine grünen Wiesen mehr, alles bewaldet, ganz andere Häuser, …
Was mir so auf dieser Reise gefällt ist, dass wir keine so langen Strecken haben. Es waren nur 160 Kilometer zum Campingplatz ( auch wenn heute da besondere 17 Kilometer dabei waren ) und damit hatten wir noch einen schönen Nachmittag in der Sonne.

Der Campingplatz war 5 Kilometer östlich vom See. Direkt am Campingplatz vorbei ging ein super breiter Radwe, der auch von den Rennradfahrer genutzt wurde, um in die Berge zu kommen.

Wir fuhren Richtung See und drehten mit kurzem Blick in das neue Einkaufszentrum wieder um.