
Rhodos 1ter Tag 22. Oktober
Verdammt früh ging der Flieger ab Hannover.
Da sind wir gar nicht erst richtig ins Bett, von 22 bis 24 Uhr habe ich zwar versucht noch mal etwas zu schlafen. Hannover Flughafen ist von uns aus gut zu erreichen, nur 1 Stunde 15 min. Ich habe Sabine mit den Koffern am Terminal abgesetzt und bin zum Langzeitparkplatz gefahren. Zurück Laufen waren keine 10 Minuten. Es war schon einiges los am Hannoveraner Flughafen, der meines Wissens der einzige neben Leipzig mit Nachtflugerlaubnis ist.
Der Flug war mit 3 Stunden Flugzeit schon recht kurz, gefühlt aber noch kürzer, da wir die meiste Zeit geschlafen haben.
Rhodos Flughafen ist klein, das Gepäck schnell da. Raus aus dem Terminal und da stand da schon unsere Dame von Europcar mit unserem Auto, kurz noch mal rüber auf die andere Straßenseite zu dem Europcar Office für die Formalitäten und wir waren nach 30 Minuten nach Austieg aus dem Flugzeug schon in unserem Auto. Das lieben wir so an Rhodos. Und jetzt waren es nur noch ca 20 Minuten bis zum Hotel.
Da konnten wir aber um diese Zeit noch nicht einchecken, es war ja noch nicht mal 9 Uhr.
So sind wir auf die andere Seite ( vom Flughafen aus betrachtet ) der Insel gefahren und haben nach einem Plätzchen für ein Frühstück gesucht. An den Thermen von Kallithea waren wir die letzten Male vorbeigefahren, heute sind wir mal abgebogen und haben ein sehr nettes Plätzchen gefunden, wo wir nicht nur gut Frühstücken konnten, sondern auch die nette Anlage in einem kleinen Rundgang bewundert haben. Leider lag die Badehose noch im Koffer, sonst wäre ich auch Schwimmen gegangen
.
Beim Supermarkt um die Ecke haben wir uns mit dem Notwendigsten noch mal schnell eindedeckt, wie wir es die Jahre vorher auch gemacht hatten, so der tägliche Bedarf an Wasser, was zum Knabbern und eine Flasche Wein für den Abend auf der Terrasse.
Auf dem Weg fiel auf, dass die vielen Pelzgeschäfte entlang der Hauptstrasse wieder dicht gemacht haben. Kammen die Russen nicht mehr ?
Im Hotel wurden wir herzlich empfangen, gleich mit Küsschen von der Eigentümerin, denn wir waren ja inzwischen das dritte Mal da und damit inzwischen Stammgäste.
Das Hotel ist ein kleines Hotel mit ca 30 Zimmern, ein Familienbetrieb. Opa und Oma waren viele Jahre in der Schweiz, ihr Sohn dort aufgewachsen, sprechen alle gut deutsch. Der Sohn und seine Frau leiten das Hotel, auch sie spricht super deutsch, sogar deren Tochter spricht gut deutsch, sie hilft inzwischen auch viel im Betrieb. Es sind auch fast nur Deutsche dort, oder zumindest deutschsprachige, wie Österreicher, Schweizer oder auch Elsäßer, wir man uns gerade nach dem Essen berichtete.
Das Hotel liegt im Landesinnern, ca 15 km von der Küste weg auf einer Anhöhe , mit blick auf das Meer und die türkische Küste. Es liegt direkt an einer Abbruchkante, ähnlich wie bei einer Steilküste fällt hier die Anhöhe ab zum Meer mit Blick Richtung Westen?
Wir haben einen kleinen Fussmarsch entlang dieser Abruchkante gemacht, die Ecke kannten wir bislang noch nicht. Gleich hinter dem Hotel hörte die befestigte Straße auf und es war nur noch Schotterweg. Links einige nette Grundstücke direkt auf der Seite der Abruchkante. Ein paar nette Häuser, aber auch ein paar mehr Bauruinen. Einfach nur die Betonskelette von 2 stöckigen Häusern, da hat jemand mal was verkaufen wollen. Viele Häuser auf Rhodos haben auf dem Dachgeschoss noch die Stahleisen rausstecken, um zu demonstrieren, dass das Haus noch nicht fertig ist. Wahrscheinlich zahlen noch nicht fertige Häuser keine Steuern. Ist einfach auffällig. Leider sehr auffällig waren am Wegesrand die wilden Müllhalden. Es wird einfach noch sein Müll oder das alte Auto an den Wegesrand abgeladen, oder die Klippen runtergekippt. All dieser Plastikmüll ist sehr häßlich in der Landschaft anzusehen. Eine Fläche hatte man schön plattgemacht, das Grundstück hatte einen tollen Ausblick Richtung mehr. Auch unser Hotel konnte man schön sehen. Ein Stückchen weiter war eine , wie man in Spanien sagen würde, Urbanisation, ein erschlossenes Gebiet, geteerte Strassen, Straßenlaternen, Wasseranschluß usw. Wieder toller Blick von den Randgrundstücken Richtung Meer, aber in allem nicht los, alles leere verwilderte Grundstücke. War so die Griechenlandkrise zu erkennen ? Auffällig waren aber auch einige sehr neue Häuser, hatte hier die Griechen ihr Geld in Immobilien investiert, um damit der Inflation zu entgehen ?
Einfacher als bei uns kann man hier erschliesen, die Kanalisation musste nicht unbedingt einen Deckel haben, obwohl es ein 2 m tiefer Schacht war, bei Betonmauern reckten sich in Körperhöhe die Betonstähle uns entgegen, bereit uns aufzuspiessen, Wasserleitungen hingen offen mit Wasserzählern über der Erde, kein Frost ist hier zu erwarten.
Unten an der Hotelbar war auch die kleine Essecke mit ca 12 Tischen. Wir waren erfreut den witzigen Kellner Antonio immer noch hier anzutreffen. Antonio empfahl uns Haman, die Auberginen als Vorspeise. Gute Wahl.
Das Bier schmeckte zum Abendessen, wir hatten uns was von der Karte ausgesucht .
Überrascht waren wir, dass doch jetzt die Rechnung tatsächlich über eine Kasse lief und nicht mehr per Hand errechnet wurde.
Wir sitzen inzwischen auf unserer Terrasse, blicken auf den beleuchteten Pool und die Lichter von xxx. Unten sind auch die letzten mit dem Essen fertig und sitzen inzwischen an der Poolbar, wir auf unserer Terrasse bei einem Wein. Ein letzter Flieger hebt noch am Flughafen ab.
Wir fallen gleich totmüde ins Bett.
